21. November 2017

Blasphemie-Anklage gegen junge Christin abgewiesen

Quelle: idea.de

Foto: http://www.gfbv.de/

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Islamabad/Göttingen (idea) – Das höchste Gericht Pakistans hat am 20. November das Verfahren gegen ein 14-jähriges christliches Mädchen eingestellt. Der Fall hatte weltweit Aufsehen erregt. Die geistig-behinderte Rimsha Masih war im August in einem Vorort von Islamabad unter dem Vorwurf der Blasphemie festgenommen worden. Ein islamischer Geistlicher beschuldigte sie, Seiten aus einem Koran verbrannt zu haben. Später geriet er in Verdacht, den Vorfall selbst inszeniert zu haben. Im September wurde das Mädchen gegen Kaution freigelassen. Die Familie lebt seither an einem unbekannten Ort unter Polizeischutz. Der Richter begründete die Abweisung der Klage damit, dass es keine Zeugen für die angebliche Tat gebe. Menschenrechtler reagierten erleichtert auf die Entscheidung. Allerdings sei damit „der staatlich geförderte Terror“ gegen Nichtmuslime in Pakistan „noch lange nicht eingedämmt“, erklärte der Asienreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius (Göttingen). So sei der Pastor Karama Patras aus Sanghla Hill (Provinz Zentraler Punjab) am 13. Oktober in „Schutzhaft“ genommen worden. Der Geistliche werde der Blasphemie bezichtigt, weil er bei einem Gebet im Haus eines Christen aus der Bibel zitiert haben soll, um eine Frage der Gläubigen zum islamischen Opferfest zu beantworten. Aufgebrachte Imame hatten daraufhin eine Demonstration vor seinem Wohnhaus organisiert, bis die Polizei ihn in Gewahrsam nahm. Trotz der Intervention eines Rechtsanwalts weigerte sich das lokale Gericht am 6. November, den inhaftierten Pastor auf Kaution freizulassen. [Weiterlesen]