21. November 2017

800.000 Menschen im Kongo auf der Flucht

Quelle: factum

Foto: Detlev Beutler/pixelio.de

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Rund 800.000 Menschen sind im Kongo auf der Flucht vor kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Baptistische Kirche in Zentralafrika (CBCA) engagiert sich für die Notleidenden.
(21. November 2012/fa.) – Der Präsident der Baptistischen Kirche in Zentralafrika (CBCA), Kakule Molo (Goma/Kongo), berichtete auf der Synode des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch in Köln von der Situation im Kongo. „Seit mehreren Wochen gibt es dort wieder heftige Unruhen, begünstigt auch durch eine schwache Zentralregierung“, sagte Molo. In dem zentralafrikanischen Land tobt seit 1994 ein Bürgerkrieg.

Ehemalige Kämpfer des Volkes der Tutsi haben sich der Rebellenbewegung Miliz „M23“ (Bewegung des 23. März) angeschlossen, die gewaltsam gegen Regierungstruppen und UN-Blauhelmsoldaten vorgeht. Wie Molo ferner sagte, versuche die Baptistenkirche trotz der fehlenden Ordnung und der eingeschränkten Freiheit Notleidende zu unterstützen. Schwerpunkte seien Hilfen für vergewaltigte Frauen, Waisen- und Straßenkinder sowie geistig Behinderte.

Daneben bilde man Pastoren zu Führungskräften aus, um die Grundlagen „für eine neue Führungskultur zu legen“, sagte Molo. Bei der Umsetzung dieser Anliegen sei der Kirchenkreis Kalungu auf die Unterstützung angewiesen. Molo dankte den 115 Synodalen für alle Hilfe. Im Kongo gibt es zehn Baptistenbünde mit mehr als 1,6 Millionen Mitgliedern. Zur von Molo geleiteten Baptistischen Kirche in Zentralafrika gehören 600 Gemeinden mit mehr als 160.000 Mitgliedern.

Der Vormarsch der Rebellenmiliz M23

Der UN-Sicherheitsrat fordert ein Ende aller Hilfen für die Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Der Vormarsch der Rebellenmiliz M23 müsse sofort gestoppt und jegliche Unterstützung aus dem Ausland eingestellt werden, erklärte der Rat nach einer Dringlichkeitssitzung zur Lage in der Provinz Nord-Kivu. Dort hatte die Miliz nach Angaben der Vereinten Nationen eine neue Offensive gestartet.

Das christlich-humanitäre Hilfswerk World Vision Deutschland (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main) warnt angesichts der Kämpfe zwischen Rebellen und Armee im Osten des Landes vor einer humanitären Katastrophe. Nach Angaben der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) haben Rebellen am 20. November Goma erobert. Zuvor sei es zu heftigen Kämpfen zwischen Aufständischen, Regierungs- und Friedenstruppen der Vereinten Nationen gekommen. Mehrere Flüchtlingslager in der Nähe der Stadt seien von Rebellen überrannt und Tausende Menschen, die dort Schutz suchten, vertrieben worden.

Die VEM hält über die Baptistische Kirche in Zentralafrika Kontakt nach Goma. Etwa 50 Prozent der Einwohner des Kongos sind römisch-katholisch, 20 Prozent evangelisch und jeweils zehn Prozent Kimbanguisten (Mitglieder einer unabhängigen, afrikanischen Kirche), Muslime und Anhänger von Naturreligionen.