18. November 2017

Waldemar Grab über „Evakuierung Krelingen und Bad Fallingbostel“

Waldemar Grab. Foto: musikevangelist.de

Waldemar Grab. Foto: musikevangelist.de

Der Musikevangelist Waldemar Grab schreibt in einem „Sondernewsletter“ vom Sonntag über die Evankuierung von Krelingen und Bad Fallingbostel folgendes:

„Die Besonderheit der Krelinger Impuls-Bibeltage ging durch die internationale Presse: Im benachbarten Bad Fallingbostel hatte es in den KRAFT-Lebensmittelwerken (Miracoli / Philadelphia etc.) einen außergewöhnlichen Katastrophenalarm gegeben, zwei Mitarbeiter hatten versehentlich 14.000 Litern Natronlauge etwa 10.000 Liter Salpetersäure zugesetzt. Ein lebensgefährliches Gemisch für rund tausend Haushalte der Region. In einer beispiellosen Aktion aller örtlichen Hilfsdienste wurden einige Tausend Menschen in der Nacht zum 16. Oktober evakuiert und einige Hundert von ihnen davon fanden im Haupthaus sowie in der Glaubenshalle des GRZ ihr nächtliches Quartier. Die A7 wurde gleich mehrmals in verschiedenen Zeitabschnitten gesperrt. Das Gute vorweg, die Spezialisten und Rettungsteams hatten eine große Schar Beter im Hintergrund und es kam kein einziger Mensch, auch nicht in den Lebensmittelwerken, zu Schaden. Gott sei es gedankt!

Dass ich nun eine kleine Rolle in dieser denkwürdigen Geschichte übernehmen durfte, war eines dieser wundersamen Dinge, die Gott fügt – und so kamen der Leiter der Krelinger Werke, Pastor Martin Westerheide sowie die Koordinationsstelle der Hilfsdienste überein, dass ich ein „nicht allzu evangelistisches“ Programm für die in der Glaubenshalle Evakuierten geben sollte. Was auch immer hinter dieser Formulierung steckte, – ein „nicht allzu“ beinhaltete immerhin auch „evangelistisches“ und so machte ich mich mit Gottes Hilfe innerhalb weniger Minuten zwischen Bitte und Ausführung mit meinen Seminaristen auf den Weg in die Krelinger Glaubenshalle.

Vor Ort halfen die Feuerwehrmänner, das Klavier zu platzieren und die dazugehörigen Verstärker aufzubauen, die Seminargruppe verteilte sich in der Halle um Sturm zu beten oder zu Gesprächen bereit zu stehen und so versuchte ich zunächst, die zum Teil traumatisierten Menschen mit einem säkularen und populären Liedgut abzuholen. Gemeinsame Seemannslieder waren es dann, die alle „eine Einheit“ bilden ließen. Kinder tanzten dazu auf der Bühne, Familien, Pressefotografen und Fernsehsender fotografierten und filmten und man spürte, dass es eine Zeit der Ablenkung war, die allen gut tat. Eine anschließende, zeugnishafte Ansprache, in dem ich jedem Teilnehmer bei Interesse eine Bibel versprach sowie ein Lied über den „Gottesmann Noah“, der trotz aller widrigen Umstände keinen „Schiffbruch“ erlitt, endete mit dankbarem Applaus. Die Anwesenheit meiner Freizeitteilnehmer hat mich sehr gestärkt, wie Sie sich denken können.

“Wir haben hier keine bleibende Stätte… – Man kann sich nur sehr schwer in die Lage von Evakuierten versetzen, die innerhalb von Minuten alles stehen und liegen lassen müssen, um in den Bus zu steigen, der einen fort vom Geschehen bringt. Keine Telefonate mehr, kein großes Tasche packen … es geht um Leben und Tod. Die Giftgaswolke nimmt keine Rücksicht auf „Zeit“. – Eine in Teilen denkbare Metapher im Hinblick auf die Wiederkunft unseres Herrn, nicht wahr?

Dass ich in diese gedrückte Stimmung der Evakuierten nicht nur musikalisch sondern auch im Wort Gottes Wirken flankieren durfte, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Bitte macht, jetzt wo Ihr es lest, unser Gebet auch zu Eurem, nämlich, dass die vielen hundert Menschen an diesem Tag etwas mitnehmen durften, das Ewigkeitswert hat. Das ist es doch auch, was wir wollen!

Bleibt behütet,
Ihr/Euer/Dein

Waldemar Grab

Eine Anmerkung am Rande: Während die anwesenden Medien die Gelegenheit einer ausführlicheren Berichterstattung auch im Nachhinein noch aufgriffen, meldete der sog. christliche Informationsdienst „Idea“ neben den erwähnten Katastrophenschutzmeldungen lapidar: „Kreuzfahrtpianist unterhält Evakuierte“. Nicht selten steckt die wirkliche Meldung hinter ein, zwei Rechercheklippen und scheint für einen Augenblick zumindest dem säkularen Betrachter als wertvoll.

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