18. November 2017

„Die Eltern sollen ihre Kinder erziehen, nicht der Staat“

Quelle: kultur und medien online

Foto: Alexandra H./pixelio.de

Foto: Alexandra H./pixelio.de

Norbert Bolz:“Die Eltern sollen ihre Kinder erziehen, nicht der Staat“

(Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster) Unter dem Titel „Teamgeist ist der größte Feind des Geistes“ veröffentlicht die Online-Ausgabe der Kulturzeitschrift CICERO am Donnerstag, den 27. September, ein aufschlußreiches Interview mit dem Berliner Philosophen Prof. Dr. Norbert Bolz.

Der Buchautor und Familienvater erklärt, daß unser Land weder eine „Bildungsrevolution“ noch sonstige Reformen benötigt; stattdessen aber selbstbewußte Lehrer, die sich nicht durch „alternative“ Unterrichtsmodelle in ihrer pädagogischen Kompetenz beirren lassen – sowie Eltern, die sich verstärkt um ihre Kinder kümmern, statt sie in eine Ganztagsschule abzuschieben.

Der Medienwissenschaftler spricht sich in dem Interview außerdem eindeutig für das dreigliedrige Schulsystem aus.

Auf die CICERO-Frage „In den Bildungseinrichtungen wird strukturell vorausgesetzt, dass die Kinder im Elternhaus gewisse Erziehungsgrundlagen mitbekommen haben. Dadurch sind Kinder aus ,bildungsfernen´ Familien enorm benachteiligt“, antwortet der Berliner Professor:

„Sie haben vollkommen recht – und dass Erziehungsgrundlagen vorausgesetzt werden, finde ich gerade gut. Ich gehöre immer noch zu den Leuten, die finden, dass Eltern ihre Kinder erziehen sollten und nicht der Staat.“

Daraufhin reagiert die Kulturzeitschrift wie folgt: „Also stellen Sie am Ende doch wieder die Systemfrage. Wir müssen weg von Ganztagsschulen und die Erziehung und Bildung wieder in Elternhand geben.“

Diese Rückfrage ist für Prof. Bolz ein Anlaß, noch mehr Klartext zu bieten:

„Ehrlich gesagt, finde ich die Entwicklung der Ganztagsschulen schrecklich. Die Vorstellung, von der Kindergrippe bis zur Universität immer nur an die Hand genommen und von sogenannten Erziehern geleitet zu werden, gefällt mir nicht. Da kommt etwas ganz anderes heraus, als wenn das Kind zuhause großgezogen wird. Vielleicht nicht mit größerer sachlicher Inkompetenz, dafür aber dann mit sehr viel mehr Liebe.“