20. Oktober 2017

Zentralrat der Muslime warnt vor Ausschreitungen in Deutschland

Quelle: jungefreiheit.de

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, warnt vor Ausschreitungen in Deutschland Foto: JF; Quelle: ARD

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, warnt vor Ausschreitungen in Deutschland Foto: JF; Quelle: ARD

BERLIN. Der Zentralrat der Muslime hat für den Fall einer öffentlichen Vorführung des Films „Die Unschuld der Moslems“ in Deutschland vor Ausschreitungen und Straßenschlachten gewarnt. Es sei zu erwarten, daß nicht alle Moslems dem Aufruf des Zentralrats, besonnen zu reagieren und sich nicht provozieren zu lassen, folgten, sagte die Generalsekretärin des Verbands, Nurhan Soykan.

„Es ist zu befürchten, daß Extremisten auf beiden Seiten vor Gewaltanwendung nicht zurückschrecken werden“, warnte Soykan. Damit aber hätten die Macher dieses Filmes ihr Ziel erreicht. Dies gelte es, zu verhindern.

Gleichzeitig äußerte die Generalsekretärin die Befürchtung, daß es durch den Film vermehrt zu Attacken auf Moslems kommen könnte: „Wir befürchten auch eine Zunahme an rassistischen Übergriffen auf Muslime, da wir die Erfahrung gemacht haben, daß nach solchen Hetzkampagnen die Hemmschwelle in der Gesellschaft zu Brandanschlägen auf Moscheen und tätlichen Angriffen auf Muslime sinkt.“

Film sät Zweitracht und Haß

Auch der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, warnte vor einer Eskalation, sollte der Film in Deutschland öffentlich gezeigt werden. Der Film setze darauf, Zwietracht und Haß zu säen, sagte er der ARD. Mazyek sprach sich deshalb dafür aus, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um dessen Vorführung zu verbieten.

Sollte dies nicht geschehen, bestehe die Gefahr, daß der öffentliche Friede in Deutschland empfindlich gestört werde. Es sei durchaus Vorstellbar, daß „Extremisten hüben wie drüben“ zusammenkämmen und Straßenschlachten veranstalteten.

Hintergrund ist das Vorhaben der Partei Pro Deutschland, den Mohammed-Film im November in Berlin aufzuführen. Die Bundesregierung hatte daraufhin angekündigt, die rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen, dies zu verbieten. (krk)