20. Oktober 2017

Kündigung Scheuflers „Zeichen geistlicher Schwäche“

Quelle: idea.de

Der Jugendevangelist Lutz Scheufler wurde von der sächsischen Landeskirche entlassen. Foto: PR

Der Jugendevangelist Lutz Scheufler wurde von der sächsischen Landeskirche entlassen. Foto: PR

Als „alarmierendes Zeichen geistlicher Schwäche“ hat die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands die Entlassung des Jugendevangelisten Lutz Scheufler (Foto) aus dem Dienst der sächsischen Landeskirche kritisiert.

Hamburg/Dresden (idea) – Als „alarmierendes Zeichen geistlicher Schwäche“ hat die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands die Entlassung des Jugendevangelisten Lutz Scheufler (Waldenburg bei Zwickau) aus dem Dienst der sächsischen Landeskirche kritisiert. „Wer hätte gedacht, dass mutige bekennende Christen nicht nur in Diktaturen und überwiegend muslimischen benachteiligt werden, sondern auch innerkirchlich – in der eigenen Landeskirche“, erklärte der Vorsitzende der theologisch konservativen Vereinigung, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), am 19. September gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Die sächsische Kirchenleitung hat Scheufler mit Wirkung zum 31. März 2013 gekündigt, weil er nicht bereit war, eine Erklärung des Evangelisationsteams Sachsen zurückzunehmen. Darin hatten er und weitere Mitglieder des Teams erklärt, die kirchenleitenden Gremien – also Landesbischof Jochen Bohl (Dresden) sowie die Landessynode – nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche anzuerkennen. Begründet hatten die Unterzeichner diesen Schritt mit der Entscheidung der Kirchenleitung, Pfarrhäuser in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Partner zu öffnen.

„Ein kirchenmachtpolitisches Exempel statuiert“

Rüß forderte die sächsische Landeskirche auf, Scheuflers Kündigung zurücknehmen. Der bislang zu 80 Prozent bei der Landeskirche angestellte Jugendevangelist und Leiter des Evangelisationsteams Sachsen habe sich zu Recht auf sein an die Bibel und die lutherischen Bekenntnisschriften gebundenes Gewissen berufen. Selbst wenn man die Ausschließlichkeit nicht teile, mit der Scheufler der Kirchenleitung ihre geistliche Autorität abgesprochen habe, so bleibe doch seine Konsequenz zu würdigen: „Die Kirche lebt von solch mutigen Bekennern.“ Stattdessen sei an Scheufler „ein kirchenmachtpolitisches Exempel statuiert“ worden. Rüß: „Es ist aber im Sinne Luthers und der Reformation ein fatales Zeichen kirchenleitender Fehlentscheidung, das dem Geist Jesu und dem Wirken des Heiligen Geistes widerspricht. Es war immer die Stärke der lutherischen Kirche, dass sie im höchsten Maße das an das Wort Gottes gebundene Gewissen und ‚die gesunde Lehre‘ achtete.“ Wenn man bedenke, mit welcher Laxheit Bischöfe heute auf Irrlehre und Leugnung christlicher Glaubensgrundlagen bei Pastoren und Mitarbeitern reagierten, müsse man über diese Kündigung besonders befremdet sein.