18. Oktober 2017

Europa wird nicht islamisch

Quelle: idea.de

Wolfgang Lutz: Europa wird nicht binnen weniger Jahrzehnte mehrheitlich muslimisch sein. Foto: PR

Wolfgang Lutz: Europa wird nicht binnen weniger Jahrzehnte mehrheitlich muslimisch sein. Foto: PR

Europa wird nach Ansicht des Bevölkerungsforschers Wolfgang Lutz (Wien) nicht binnen weniger Jahrzehnte mehrheitlich muslimisch sein. Entsprechende Prognosen seien „aus der Luft gegriffen“, sagte der Direktor des Instituts für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gegenüber der „Wiener Zeitung“.

Wien (idea) – Europa wird nach Ansicht des Bevölkerungsforschers Wolfgang Lutz (Wien) nicht binnen weniger Jahrzehnte mehrheitlich muslimisch sein. Entsprechende Prognosen seien „aus der Luft gegriffen“, sagte der Direktor des Instituts für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gegenüber der „Wiener Zeitung“. Selbst in den „extremsten Szenarien“ mit „massivstem Zuzug“ könne von einer Mehrheit der Muslime keine Rede sein. Schon heute komme die stärkste Zuwanderung nicht aus dem islamischen Raum, sondern vom Balkan. Laut Lutz kann man die höhere Kinderzahl von muslimischen Zuwanderern nicht einfach fortschreiben. Sie nehme mit zunehmendem Bildungsgrad ab. Bei Muslimen in Österreich zeige sich bereits eine Anpassung an das heimische Niveau. Dieser Trend treffe nicht nur auf europäische Länder zu, sondern etwa auch auf den Iran. Im Jahr 1984 habe eine Familie durchschnittlich sieben Kinder gehabt; heute liege die Zahl auf europäischem Niveau zwischen 1,6 und 1,7. Der Grund sei, dass das Mullah-Regime die Bildung von Frauen gefördert habe. Laut Lutz neigen auch Menschen mit hoher Religiosität dazu, mehr Kinder zu haben. Trotz der Säkularisierung werde ihr Bevölkerungsanteil wegen der höheren Kinderzahl voraussichtlich nicht dramatisch sinken.