20. Oktober 2017

Olympische Spiele: Mit der Bibel auf die Ehrenrunde

Quelle: idea.de

Zahlreiche Athleten haben sich bei den Olympischen Spielen in London zum christlichen Glauben bekannt. Vom Super-Star Usain Bolt bis zum ehemaligen Sklaven Guor Marial – Gott spielt für viele Olympioniken eine herausragende Rolle. Ein Athlet nahm sogar seine Bibel mit auf die Ehrenrunde.

London (idea) – Zahlreiche Athleten haben sich bei den Olympischen Spielen in London zum christlichen Glauben bekannt. Der jamaikanische Doppel-Olympiasieger Usain Bolt (100 und 200 Meter) schrieb über den Kurznachrichtendienst Twitter im Internet: „Ich möchte Gott für alles, was er für mich getan hat, danken. Denn ohne ihn wären meine Erfolge nicht möglich gewesen.“ Der 25-Jährige hatte am 9. August als erster Athlet seinen Olympiasieg über die 200-Meter-Strecke verteidigt. Zuvor hatte er bereits über die 100- Meter-Distanz erneut gewonnen. Der Protestant, dessen Mutter Adventistin ist und der sich wie sein Vater baptistisch orientiert, dankte Gott auch für seinen Trainer Glenn Mills: „Ich bin gesegnet, dass der himmlische Vater dich in mein Leben gebracht hat“, so Bolt über Mills. Vor jedem Start bekreuzigt sich der Leichtathletik-Star. Insgesamt holte Bolt bereits fünfmal olympisches Gold, zudem war er fünfmal Weltmeister und hält die Weltrekorde über 100 (9,58 Sekunden) und 200 Meter (19,19 Sekunden). Am 11. August hat Bolt die Chance, mit der 4×100-Meter-Staffel erneut Gold zu gewinnen.

Talent ist ein Geschenk Gottes

Auch die US-amerikanische Olympiasiegerin Allyson Felix (Los Angeles) spricht öffentlich über ihren christlichen Glauben. Die 26-Jährige siegte am 8. August über 200 Meter mit einer Zeit von 21,88 Sekunden. Bereits vor den Spielen hatte sie bekannt, dass ihr Talent ein Geschenk Gottes sei. Nur für ihn laufe sie. In einem Interview mit dem US-Internetportal about.com sagte sie, ihr Lieblingsvers in der Bibel stehe im Philipper-Brief (1,21): „Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.“ Die Pfarrerstochter hatte bereits 2008 in Peking mit der 4×400-Meter-Staffel Gold gewonnen.

„Gott ist gut“

Eine Teamkollegin der Sprinterin, Sanya Richards-Ross (Austin/Texas), ist ebenfalls bekennende Christin. Nach ihrem ersten Olympiasieg über 400 Meter am 5. August nach zwei gescheiterten Anläufen 2004 und 2008 schrieb sie auf Twitter: „Meine Stärke kommt von ganz oben. In diesem Moment bin ich gesegnet.“ Man müsse immer an die eigenen Träume glauben, denn Gott sei gut. Die 27-Jährige geht nach eigenen Angaben jeden Sonntag in den Gottesdienst. Außerdem habe sie mit ihren zwei Schwestern einen privaten Bibellesekreis gegründet.

„Gott tut verrückte Dinge“

Ein Bekenntnis zum christlichen Glauben legte auch der US-Weit- und Dreispringer Will Claye ab: Der 21-Jährige nahm seine Bibel zusammen mit der US-Flagge mit auf die Ehrenrunde. Er hatte am 4. August Bronze im Weitsprung (8,12 Meter) und am 9. August Silber im Dreisprung (17,62 Meter) gewonnen. Damit ist er der erste Athlet, der seit 1936 in beiden Wettbewerben eine Medialle erringen konnte. „Das ist unglaublich. Gott tut verrückte Dinge“, sagte er anschließend in einem Interview.

Gott ist nicht nur für Gewinner da

Doch nicht nur für Medaillengewinner spielt Gott eine herausragende Rolle. Der Marathonläufer Guor Marial wurde einst als Sklave im Südsudan gehalten und von arabischen Nomaden verschleppt. Er verlor acht seiner zehn Schwestern und Brüder im sudanesischen Bürgerkrieg, der über 20 Jahre dauerte. Der 28-Jährige Christ tritt am 12. August als staatenloser Marathon-Läufer an. „Dass ich bei Olympia starten kann, ist wie ein Zeichen. Gott zeigt mir den Weg, er hilft anderen durch meine Geschichte“, sagte Marial der britischen Zeitung „The Times“ (London). Heute lebt er in Flagstaff (US-Bundesstaat Arizona). Marial startet bei den Olympischen Spielen unter der Flagge der „Unabhängigen Olympischen Athleten“, die die Olympischen Ringe auf weißem Grund zeigt. Eine Medaille wird er voraussichtlich nicht gewinnen. „Ich bin dabei. Allein das ist wie eine Goldmedaille“, sagt er.