18. Oktober 2017

Konservative Regierung will Abtreibungen wieder verbieten

Quelle: idea.de

Bildbearbeitung: Thommy Weiss/pixelio.de

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In Spanien wird über eine Verschärfung des Abtreibungsgesetzes diskutiert. Der seit Dezember amtierende Ministerpräsident Mariano Rajoy (Foto), der der konservativen Volkspartei angehört, will das 2010 unter der damaligen sozialistischen Regierung verabschiedete Gesetz abschaffen. Künftig sollen Abtreibungen wieder verboten sein.

Madrid (idea) – In Spanien wird über eine Verschärfung des Abtreibungsgesetzes diskutiert. Der seit Dezember amtierende Ministerpräsident Mariano Rajoy, der der konservativen Volkspartei angehört, will das 2010 unter der damaligen sozialistischen Regierung verabschiedete Gesetz abschaffen. Künftig sollen Abtreibungen wieder verboten sein, wie es auch in anderen katholischen Ländern, etwa Irland und Malta, üblich ist. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wird die mit absoluter Mehrheit regierende Volkspartei voraussichtlich im Oktober einen Gesetzentwurf vorlegen. Das derzeitige Gesetz erlaubt eine straffreie Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche. Die Frist kann bis zur 22. Woche verlängert werden, wenn ein Risiko für die Gesundheit der Frau besteht oder es Hinweise auf schwere Behinderungen des Ungeborenen gibt. In den schwersten Fällen kann die Schwangerschaft auf Empfehlung einer Ethikkommission ohne zeitliche Begrenzung abgebrochen werden. Seit 1985 waren Schwangerschaftsabbrüche erlaubt, wenn die Frau vergewaltigt wurde, das Kind voraussichtlich Missbildungen hatte oder schwere psychische oder physische Schäden bei der Mutter drohten. Während Kritiker der Volkspartei vorwerfen, mit den Anti-Abtreibungsplänen von den wirtschaftlichen und finanziellen Problemen des Landes abzulenken, begrüßen Abtreibungsgegner das Vorhaben. Einige erwarten, dass auch nach einer Vergewaltigung eine Abtreibung unzulässig ist. Von den rund 47 Millionen Spaniern gehören etwa 90 Prozent zur römisch-katholischen Kirche. Etwa drei Prozent der Einwohner sind Mitglied einer protestantischen Kirche.