18. Oktober 2017

Streit in sächsischer Landeskirche – Bekennende Gemeinschaften stellen sich hinter Scheufler

Quelle: idea.de

Der Vorsitzende Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands, Pastor Ulrich Rüß. Foto: PR

Der Vorsitzende Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands, Pastor Ulrich Rüß. Foto: PR

Die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands hat die sächsische Landeskirche aufgerufen, die Suspendierung des Evangelisten Lutz Scheufler aufzuheben. Der Vorsitzende, Pastor Ulrich Rüß (Foto), forderte „Sanktionen gegen Mitarbeiter aufzuheben, um weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden“.

Hamburg/Waldenburg (idea) – Die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands hat die sächsische Landeskirche und Landesbischof Jochen Bohl (Dresden) aufgerufen, die Suspendierung des Evangelisten Lutz Scheufler (Waldenburg) aufzuheben. Scheufler, der zu 80 Prozent als Jugendevangelist bei der Landeskirche angestellt ist, war vor knapp einem Monat von seinen Aufgaben entbunden worden. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Evangelisationsteams Sachsens hatte er erklärt, die kirchenleitenden Gremien nicht länger als geistliche Leitung der Landeskirche anzuerkennen. Als Grund wurde die Entscheidung von Kirchenleitung und Landessynode angegeben, die Pfarrhäuser in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Partner zu öffnen. Die Konferenz Bekennender Gemeinschaften forderte die Kirchenleitung zugleich dazu auf, „Sanktionen gegen weitere Mitarbeiter aufzuheben, um weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden“. Man sehe in den Maßnahmen „den ungeistlichen Versuch, bekennende Christen, die nicht dem liberalen, zeitgeistbestimmten Meinungsstrom von Synoden und Kirchenleitungen entsprechen – sondern in Bindung an Bibel und Bekenntnis öffentlich widersprechen – einzuschüchtern und mundtot zu machen“, schreibt der Vorsitzende, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg).

Kirchenleitung macht sich „unglaubwürdig“

Wenn Christen mit einem in der Autorität der Heiligen Schrift und in den lutherischen Bekenntnisschriften gebundenen Gewissen ihrer Kirchenleitung bei Entscheidungen, die gegen das Zeugnis der Schrift stehen, widersprächen und in dieser Frage die Gefolgschaft aufkündigten, sei das nicht zu sanktionieren, sondern im Sinne Martin Luthers zu begrüßen und legitim. Eine Kirchenleitung, „die sich auf Martin Luther, Barmen und Dietrich Bonhoeffer bezieht, die den Anspruch hat, Kirche des Wortes zu sein, macht sich mit der Sanktionierung eines treuen bekennenden Christen unglaubwürdig“, heißt es weiter. Rüß: „Wie will man überzeugend Ökumene betreiben, wenn man nicht einmal in der Lage ist, innerevangelische Ökumene zu dulden?“ Die 1970 als Dachverband gegründete Konferenz Bekennender Gemeinschaften versteht sich als Gegengewicht zu einer schrift- und bekenntniswidrigen Theologie innerhalb der Kirche. Heute gehören 17 Bekennende Gemeinschaften zur Konferenz, darunter die Kirchlichen Sammlungen in den verschiedenen Landeskirchen, die Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern, die Evangelisch-Lutherische Gebetsgemeinschaft, der Gemeindehilfsbund und als Gastmitglied die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK).