20. Oktober 2017

Staat schließt salafistische Islamschule

Quelle: idea.de

Mohammed Ciftci wurde schon länger vom Verfassungsschutz beobachtet. Screenshot: YouTube

Mohammed Ciftci wurde schon länger vom Verfassungsschutz beobachtet. Screenshot: YouTube

Weil der islamische Prediger Mohammed Ciftci (Foto) zur Gewalt gegen Christen und Frauen aufrief, hat die Staatliche Zentralstelle für Fernunterrich (ZFU) jetzt eine Internet-Islamschule geschlossen. Einige der Studenten sollen an den Salafisten-Unruhen in Bonn beteiligt gewesen sein.

Braunschweig (idea) – Wegen radikal-islamistischer Tendenzen darf eine Internet-Islamschule aus Braunschweig kein Fernstudium mehr anbieten. Die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln habe einen entsprechenden Antrag der Schule verweigert, berichtet „Welt Online“. Der Betreiber der Online-Kurse, Mohammed Ciftci, habe in seinen Predigten unter anderem zu Gewalt gegen Christen und Frauen aufgerufen. Die Sicherheitsexperten hatten Ciftci deshalb schon länger im Visier. „In Ciftcis Predigten wird die Scharia in ihrer orthodoxesten Form gelehrt, also: Theokratie statt Demokratie, Diskriminierung von Frauen und Andersgläubigen, Tötung von Glaubensabtrünnigen“, sagte Niedersachsens Verfassungsschutzpräsident Hans-Werner Wargel. Laut Informationen der Sicherheitsbehörden nahmen fünf eingeschriebene Online-Studenten der Islamschule an den Salafisten-Krawallen im Mai in Bonn teil. Darunter soll auch der 25-jährige Salafist aus Hessen sein, der zwei Bonner Polizisten mit einem Messer lebensgefährlich verletzte. Die Islamschule bestand seit 2007. Zuletzt waren rund 300 Studenten eingeschrieben. Gegen eine Studiengebühr von 55 Euro lernten sie Theologie und Arabisch.