17. Oktober 2017

Samuel Koch im „Spiegel“-Interview „Ich glaube, dass Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreiben kann“

Quelle: idea.de

Seit 2010 ist Samuel Koch querschnittsgelähmt. Foto: PR

Seit 2010 ist Samuel Koch querschnittsgelähmt. Foto: PR

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ bekennt der 23-Jährige querschnittsgelähmte Samuel Koch, dass er nach seinem Unfall in der Sendung „Wetten, dass…?“ nicht mit Gott hadert. Zusammen mit Koch interviewte der „Spiegel“ für die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe auch den Franzosen Philippe Pozzo di Borgo, dessen Geschichte als Vorlage für den Kino-Hit „Ziemlich beste Freunde“ diente.

Hamburg (idea) – Auch wenn sich der Sinn seines Unfalls dem seit 2010 querschnittsgelähmten Samuel Koch noch nicht erschließt, hadert er nicht mit Gott: „Ich glaube, dass Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreiben kann, beziehungsweise, dass er krumme Wege gerade machen kann und auch ich mir mit der Zeit einen Sinn erarbeiten kann.“ Das bekennt der 23-Jährige in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ (Hamburg). Koch war 2010 in der Sendung „Wetten, dass…?“ bei dem Versuch verunglückt, fahrende Autos mit Sprungfedern an den Füßen zu überspringen. Seitdem ist er vom Hals abwärts querschnittsgelähmt. Auf die Frage, ob Gott wolle, dass er wieder laufen kann, antwortet Koch: „Mit Sicherheit will Gott körperliche Unversehrtheit für alle. Allerdings glaube ich, dass er eine andere Prioritätenliste hat als ich. Für ihn sind wohl andere Dinge wichtiger, als dass ich mich bewegen kann – leider.“ Zusammen mit Koch interviewte der „Spiegel“ für die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe auch den Franzosen Philippe Pozzo di Borgo, dessen Geschichte als Vorlage für den Kino-Hit „Ziemlich beste Freunde“ diente, den allein in Deutschland mehr als acht Millionen Menschen sahen. Auch er ist seit einem Unfall vom Hals abwärts querschnittsgelähmt. Doch auch er hadert nicht mit Gott: „Wenn es einen Gott gibt, dann ist er in jedem Fall unschuldig. Er hat das nicht gewollt. Es ist Pech, ein Missgeschick, ein Fehler von uns oder ein Unfall, aber es ist auch eine Chance für uns.“ So sei die Spiritualität für ihn als Behinderten essentiell geworden, bekennt der 61-Jährige: „Was das Christentum von vielen anderen Religionen unterscheidet, ist, dass es nicht unbedingt eine göttliche Hand ist, die alles entscheidet, sondern dass Gott uns als freie Menschen will, die ihre Verantwortung annehmen.“