20. Oktober 2017

Sächsischer Landesjugendpfarrer: „Ihr versteht.“

Foto: Wilhelmine Wulff/pixelio.de

Foto: Wilhelmine Wulff/pixelio.de

von Thomas Schneider

In einem Grußwort nimmt der sächsische Landesjugendpfarrer Tobias Bilz „Maß“ zur Kritik an gelebter Homosexualität im Pfarrhaus und fragt in seiner aktuellen Rundmail:

„Was ist angemessen im Blick auf homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus? Wie kann angemessen Kritik geübt werden? Was ist wiederum eine maßvolle Antwort auf eine solche?“

Das „Grußwort“ von Bilz ist überschrieben mit dem Bibelzitat aus Markus 4,24:

„Mit welchem Maß ihr messt, wird man euch wieder messen.“

Obwohl Bilz beteuert, er wolle sich nicht auch noch im Grußwort dem Thema Homosexualität widmen, findet er zwischen seinen Fragen zum Thema „homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus“ und dem gewählten Bibelwort eine Verbindung zur Maßschneiderei seiner Frau.

Sie fertige auch neue Kleider an, „meistens für Leute, die eine nicht ganz durchschnittliche Figur haben“. Bilz mag es, wenn bei den Sachen „noch ein wenig Luft ist“ und resümiert:

„Sonst wird´s mir einfach zu schnell eng, Ihr versteht.“

Was soll der Leser verstehen?

Bilz weiter: Das Jesuswort widme sich nicht der Kleiderfrage, sei aber ein Hinweis darauf, nicht zu eng zu sein. Wer weit und großzügig sei, werde auch Weite und Großzügigkeit empfangen, so der Landesjugendpfarrer.

Stimmt! Die Auslegung passt nicht zum Bibeltext und Gottes Wort führt auch nicht in die Enge. – Aber der Mensch ist zur Entscheidung aufgefordert: Gottes Wort ohne Abstriche anzunehmen oder es seinen menschlichen Begierden und Süchten maßlos anzupassen.

Sie verstehen?

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“ (Joh 5,24)