23. Oktober 2017

Mann wegen „Blasphemie“ bei lebendigem Leibe verbrannt

Quelle: idea.de

In Pakistan hat eine aufgebrachte Menge einen Mann wegen angeblicher Blasphemie bei lebendigem Leibe verbrannt. Er soll einige Seiten eines Koran-Exemplars angezündet haben.

Bahawalpur (idea) – In Pakistan hat eine aufgebrachte Menge einen Mann wegen angeblicher Blasphemie bei lebendigem Leibe verbrannt. Der Grund: Der Mann soll zuvor Seiten eines Koran-Exemplars verbrannt haben. Der Vorfall ereignete sich Anfang Juli in Bahawalpur in der Punjab-Provinz – einer Region, in der radikale Islamisten zahlreiche religiöse Schulen betreiben. Wie der Nachrichtendienst Assist News (Lake Forest/US-Bundesstaat Kalifornien) berichtet, meldeten angebliche Augenzeugen die Koranverbrennung der Polizei, woraufhin sie den Mann verhaftet habe. Einige religiöse Führer verkündeten auf den Straßen dann über Lautsprecher, dass der Mann den Islam beleidigt habe. Daraufhin zogen hunderte wütende Muslime zum Polizeigebäude und stürmten es. Dabei wurden 15 Polizisten verletzt und mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt. Den Mann habe die Meute mitgenommen, ihn in der Nähe des Polizeigebäudes mit Benzin übergossen und angezündet. Er verbrannte bis zur Unkenntlichkeit und konnte bisher nicht identifiziert werden. Der katholische Bischof der Diözese Islamabad-Rawalpindi, Anthony Rufin, verurteilte die Tat scharf. Der Staat müsse dafür sorgen, dass es nicht weiterhin zu solchen Fällen von Selbstjustiz komme. Medienberichten zufolge zeigte sich auch Präsident Asif Ali Zardari geschockt über die Verbrennung des Mannes. Er ordnete eine umfassende Untersuchung an.