18. Oktober 2017

Kirche begrüßt islamisches Zentrum

Quelle: idea.de

Der Imam Benjamin Idriz. Foto: PR

Der Imam Benjamin Idriz. Foto: PR

In München soll ein Zentrum für Islam in Europa (ZIEM) entstehen, das eine Moschee, ein Gemeindezentrum, eine Akademie und ein Museum umfasst. Die Initiative für das ZIEM geht vom Imam Benjamin Idriz (Foto) aus, den die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern als „glaubwürdigen Streiter für einen dialogfähigen, nicht-fundamentalistischen Islam“ betrachtet.

München/Penzberg (idea) – In München soll ein Zentrum für Islam in Europa (ZIEM) entstehen, das eine Moschee, ein Gemeindezentrum, eine Akademie und ein Museum umfasst. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern begrüßt das Vorhaben. Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte deren Sprecher Johannes Minkus (München), die Kirche erwarte, dass im ZIEM ein offener Dialog zwischen muslimischen und christlichen Gelehrten und Gläubigen geführt werde. Die Theologie und die Praxis des Islam sollten in der Mitte der Gesellschaft „sichtbar, diskutierbar und natürlich auch kritisierbar“ werden. Die Initiative für das ZIEM geht von dem Imam Benjamin Idriz (Penzberg/Oberbayern) aus, den die Kirche laut Minkus als „glaubwürdigen Streiter für einen dialogfähigen, nicht-fundamentalistischen Islam“ betrachtet. Nach einem Besuch in der Penzberger Moschee am 10. Juli forderte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), „einen solchen dialogbereiten, weltoffenen und demokratisch engagierten Islam“ zu unterstützen. Bereits sein Vorgänger, Johannes Friedrich (Windsbach/Mittelfranken), hatte Idriz als einen Menschen gewürdigt, der sich auf einen muslimisch-christlichen Dialog einlasse und die gesellschaftliche Verantwortung der Religionen und ihrer Gemeinden bejahe. Zur möglichen Finanzierung des schätzungsweise 30 bis 40 Millionen Euro teuren Zentrums hat Idriz Kontakte zum arabischen Wüstenstaat Katar aufgenommen. Dazu sagte Minkus, dass potentielle Geldgeber die bislang geplante inhaltliche Ausrichtung des Zentrums nicht verändern dürften.

Fördert Katar religiösen Dialog?

Medien wie „Welt Online“ berichten hingegen über „das falsche Spiel des islamistenfreundlichen Katar“. Nach ihren Informationen unterstützt der arabische Staat unter anderem die radikal-islamische Organisation Hamas, den libyschen Zweig von El Kaida, die Muslimbrüder in Tunesien und den islamistischen Teil der syrischen Opposition sowie die afghanischen Taliban, die ein Kontaktbüro in Katar haben. Kritiker bezweifeln, dass ein Land, das Menschenrechte und Religionsfreiheit grob verletze, im Ausland an einem interreligiösen Dialog interessiert sei. In Katar konnte 2008 eine katholische Kirche gebaut werden. Sie darf jedoch weder einen Glockenturm noch Kreuze an der Fassade haben.