22. November 2017

Herrnhuter Brüdergemeine: Wir sind offen für alle

Quelle: ideaSpektrum 25.2012

Kirchenfenster mit dem Unitäts-Logo in einer englischsprachigen Moravian Church. Foto: wikipedia

Kirchenfenster mit dem Unitäts-Logo in einer englischsprachigen Moravian Church. Foto: wikipedia

Das Parlament der Europäisch-Festländischen Brüder-Unität – so der offizielle Name der Herrnhuter Brüdergemeine – erklärt in einem neuen Leitbild, Einheit in Verschiedenheit zu gestalten:

„In unserer Kirche sind Menschen verschiedener Kulturen, Sprachen und Traditionen zu Hause. Diese Vielfalt prägt unser kirchliches Leben, bereichert uns und fordert uns heraus.
Wir öffnen uns für die Begegnung mit Menschen, die anders leben und glauben als wir. Weil Migration einen großen Einfluss auf unsere Kirche hat, können wir Grenzen überwinden.“

Mehr Rechte für Homo-Partner?

Einen Schwerpunkt der Synodaltagung in Königsfeld (Schwarzwald) bildete der Auftrag an die Theologische Kommission, eine Möglichkeit zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare bis 2014 zu erarbeiten. An der Debatte beteiligten sich 23 der rund 100 Synodalen. Ihre Ansichten reichten „von fröhlicher Zustimmung bis zu vehementer Ablehnung“, wie es im Tagungsbericht heißt. Es habe sich gezeigt, dass der Meinungsriss quer durch den europäischen Teil der weltweiten Freikirche geht. Bisher habe man gedacht, dass hauptsächlich die Ostafrikaner gegen mehr Rechte für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften seien.

Die Evangelische Brüder-Unität entstand Mitte des 15. Jahrhunderts und hat ihre Wurzeln in der böhmischen Reformation. Anfang des 18. Jahrhunderts kam es in Herrnhut (östlich von Dresden in der Oberlausitz) zur Neugründung unter Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1700-1760). Bekannt ist die Brüder-Unität vor allem durch das Andachtsbuch „Losungen“, das seit 1731 erscheint