21. November 2017

Europameisterschaft: „Fußball ist keine Religion“

Quelle: idea.de

Foto: S. Hofschlaeger/pixelio.de

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Während der Fußball-Europameisterschaft hört man oft Worte wie „Fußballgott“ oder „heiliger Rasen“ und die Fan-Hymnen erinnern an liturgische Gesänge. Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber betont in einem Videoblog, dass Fußball dennoch keine Religion sei, und auch zur Ersatzreligion dürfe die „schönste Nebensache“ nicht werden. Nach Webers Beobachtung trägt die Fußballbegeisterung – etwa bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine – bisweilen religiöse Züge.

Wolfenbüttel (idea) – Fußball ist keine Religion, und auch zur Ersatzreligion darf die „schönste Nebensache“ nicht werden. Das betont der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber (Wolfenbüttel) in einem Videoblog des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Nach Webers Beobachtung trägt die Fußballbegeisterung – etwa bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine – bisweilen religiöse Züge. Worte wie „Fußballgott“ oder „heiliger Rasen“ machten die Runde, und die Fan-Hymnen erinnerten an liturgische Gesänge. Weber warnt davor, Fußball zu einem Glaubensersatz werden zu lassen. In der Religion gehe es um die letzten Dinge – „um das, was und im Leben und Sterben Halt und Trost gibt.“ Im Sport aber gehe es um Vorletztes – Spannung und Unterhaltung. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist laut Weber: „Im Sport ist das Glück an den Sieg gebunden. Nur der Stärkere gewinnt.“ Die Religion stehe hingegen auch auf der Seite der Verlierer: „Gott kommt allen Menschen nahe, den Starken und Schwachen gleichermaßen.“

Landesbischof Meister: Deutsche Elf kommt ins Halbfinale

Weber ist das dritte Kirchenoberhaupt, mit dem die Evangelische Kirche im NDR das monatliche Video „Ansichtssache“ produziert. Bisher kamen dort der Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich und der hannoversche Landesbischof Ralf Meister zu Wort. Dieser verfolgt die Fußball-EM aufmerksam. Sein Tipp: Die deutsche Elf kommt mindestens ins Halbfinale. Alles Weitere sei dann „Glück und Geschick“, sagte er am Rande der hannoverschen Landessynode vor Journalisten. Im Kreise der über 70 Kirchenparlamentarier hatte Meister am 13. Juni das Spiel der deutschen Mannschaft gegen die niederländische verfolgt. Mit seinem Tipp – 2:1 für Deutschland – lag der Landesbischof richtig.