23. August 2017

„Der Islam gehört zu Deutschland, aber…“

Quelle: idea.de

Foto: Gerd Altmann/Petr Kratochvil/Nemo

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Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider äußerte sich in einem Interview mit Spiegel Online zur Rolle des Islam in Deutschland. Er nahm damit indirekt zu Äußerungen der Bundespräsidenten Christian Wulff und Joachim Gauck Stellung und betonte aber, dass es nicht zu tolerierende Dinge im Islam wie die Einführung der Scharia gebe.

Hamburg (idea) – „Der Islam gehört zu Deutschland, aber im Moment vor allem durch die Menschen, die ihn praktizieren. Solange das mit dem Grundrecht konform geht, ist es in Ordnung.“ Das sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), am 15. Juni in einem Interview mit Spiegel Online. Er nahm damit indirekt zu Äußerungen der Bundespräsidenten Christian Wulff und Joachim Gauck Stellung. Wulff hatte erklärt, der Islam gehöre zu Deutschland; sein Nachfolger will diesen Satz nicht übernehmen. Aber die Absicht Wulffs, nämlich die Realität der Anwesenheit vieler Muslime in Deutschland zu bejahen, teile er, sagte Gauck. Wie Schneider weiter ausführte, gebe es nicht zu tolerierende Dinge im Islam. Dazu zähle er die Einführung des islamischen Religionsgesetzes Scharia, die Missachtung von Frauen- und Menschenrechten oder eine eigene Rechtssprechung.

Gott ist in Jesus Mensch geworden

Der Protestantismus steht laut Schneider „für den Glauben an Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist“. Die Themen seien im Evangelium vorgegeben: die Würde des Menschen, der Umgang mit den Armen, Kranken, Schwachen und Benachteiligten, soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit“. Hunderttausende Menschen erlebten Tag für Tag, was die Kirche biete, etwa „liebevolle Betreuung in Kindergärten, zugewandte Pflege durch die Schwestern der Diakoniestationen, ermutigende Gottesdienste, offene Ohren bei Problemen und kompetente Beratung“. Das sei „das tägliche Brot kirchlicher Arbeit“. Politische Entwicklungen wolle er beharrlich und unaufdringlich in Gesprächen mit Entscheidern beeinflussen. Schneider: Ich will keine Politik machen, sondern sie möglich machen. Wenn es mir gelingt, aus dem Hintergrund erfolgreich Entwicklungen anzustoßen, bin ich zufrieden.“