15. Dezember 2017

Viele unterwerfen sich der politischen Korrektheit

Quelle: idea.de

Der Direktor des Diakonissen-Mutterhauses Elbingerode, Pfarrer Reinhard Holmer: Die Wahrheit wird oft nicht mehr beim Namen genannt

Der Direktor des Diakonissen-Mutterhauses Elbingerode, Pfarrer Reinhard Holmer: Die Wahrheit wird oft nicht mehr beim Namen genannt

Der Direktor des Diakonissen-Mutterhauses Elbingerode, Pfarrer Reinhard Holmer hat Christen dazu aufgerufen, die Wahrheit offen beim Namen zu nennen. Viele Menschen unterwerfen sich einer politischen Korrektheit, so dass Lebensformen, die in der Bibel eindeutig als Sünde gelten, in der Öffentlichkeit nicht als solche beschrieben werden.

Elbingerode (idea) – Viele Deutsche unterwerfen sich freiwillig einer politischen Korrektheit. Das kritisiert der Direktor des Diakonissen-Mutterhauses Elbingerode, Pfarrer Reinhard Holmer. „Wir müssen der bitteren Wahrheit ins Auge sehen, dass wir weithin unsere Fähigkeit verloren haben, Wahrheit beim Namen zu nennen“, sagte er bei der Pfingstkonferenz des Mutterhauses. Als Beispiel nannte er den Umgang mit dem Islam: „Der Islam ist undemokratisch. Er steht unseren Freiheitsidealen entgegen und ist frauenfeindlich. Jeder weiß das, traut sich aber nichts zu sagen.“ Auch Lebensformen, die die Bibel eindeutig als Sünde bezeichne, dürften in der Öffentlichkeit nicht als solche beschrieben werden, weil es dem Antidiskriminierungsgesetz widerspreche: „Jeder weiß es, nur wenige sagen es und werden dafür öffentlich abgestraft.“ Holmer ermunterte dazu, die Freiheit verantwortungsvoll zu nutzen. Es stimme ihn nachdenklich, wenn etwa bei Wahlen fast die Hälfte der Wahlberechtigten den Urnen fernbleiben. Zwar komme der Begriff „Freiheit“ in der Bibel nicht vor, „aber Gott ist ein Gott, der aus der Gefangenschaft herausruft“. Deshalb seien gerade Christen aufgefordert, diese Freiheit zu nutzen. Nach den Worten des Krankenhausseelsorgers Torsten Ernst (Elbingerode) wird Freiheit oft mit Wohlstand gleichgesetzt. „Viele meinen, erst wer es zu einem gewissen Wohlstand gebracht hat, der habe auch das Gefühl frei zu sein“, sagte er. Das sei jedoch ein Missverständnis. Nach biblischem Verständnis bedeute Freiheit, nicht in erster Linie von etwas frei zu sein, sondern frei zu sein, Verantwortung zu übernehmen.

Marquardt: Älter werden braucht Übung

Der frühere Direktor des Evangeliums-Rundfunks (heute ERF Medien), Pastor Horst Marquardt (Wetzlar), sprach in einem Seminar über die Herausforderungen des Älterwerdens. Zu altern bedeute einerseits, vertraute Aufgaben loszulassen, andererseits an aktuellen Entwicklungen dranzubleiben. Der 82-Jährige ermutigte dazu, dankbar auf das zu schauen, „was Gott noch werden und sein lässt“, anstatt nur über das zu seufzen, was nicht mehr klappt. So biete das Alter die Möglichkeit, sich Dingen zuzuwenden, für die bis dahin keine Zeit war, beispielsweise ein Instrument zu lernen. Er warnte davor, die Vergangenheit zu verklären. Das sorge nur für Verdruss. Vielmehr sollten Senioren offen sein für das, was kommt: „Wenn sie den Nachfolgenden verdeutlichen wollen, was es heißt, Gott zu vertrauen, dann müssen sie nach vorn schauen.“ Am zentralen Gottesdienst der Pfingstkonferenz nahmen 450 Gäste teil.