15. Dezember 2017

Meinungsmacher denken positiv über das Christentum

Quelle: idea.de

Studie: Der Islam wird von Chefredakteuren eher kritisch gesehen. Foto: PR

Studie: Der Islam wird von Chefredakteuren eher kritisch gesehen. Foto: PR

Münster (idea) – Überraschendes Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung: Die Meinungen führender deutscher Journalisten über das Christentum haben sich im Vergleich zu den 90er Jahren deutlich verbessert. Das geht aus der Studie „Religion bei Meinungsmachern“ von Wissenschaftlern des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster hervor.

„Die meisten Meinungsmacher sehen eine kulturelle Renaissance der christlichen Religion – in Abgrenzung zum Islam“, heißt es in der Untersuchung. Für sie sei das Christentum eine legitime Kraft zur Sicherung der öffentlichen Moral und der gesellschaftlichen Integration. Der Islam wird dagegen kritisch gesehen. „Negative Bewertungen von Religion gelten der ‚Fremdreligion’ des Islams, der oft mit Gewalt in Verbindung gebracht wird“, so die Studie. Durch die Globalisierung, die wachsende Vielfalt der Religionen und einen radikalisierten Islam sei viel Verunsicherung entstanden. Die Journalisten trauten den Kirchen zu, Orientierung zu geben, indem sie helfen, die religiös-kulturelle Identität zu stärken.

In den 90er Jahren galten Kirchen noch als Randerscheinung

Noch bis Ende der 90er Jahre sei unter Journalisten und Intellektuellen eine ideologische Abwertung des Christentums „als Hemmschuh der Moderne oder als Aberglauben“ verbreitet gewesen. „Die Kirchen wurden als gesellschaftliche Randerscheinung betrachtet“, so die Autoren der Studie. Dies habe sich gewandelt. Nun betrachteten die Meinungsmacher die Kirchen als „wesentliche zivilgesellschaftliche Kraft in einer Situation des Umbruchs.“ Die Religion habe für die Befragten keine Sonderstellung in der Berichterstattung. Vielmehr müsse sie sich den gleichen journalistischen Kriterien wie Neuigkeit, Konflikt und Tragweite stellen. Die Studie basiert auf Interviews mit 18 Chefredakteuren und Ressortleitern von überregionalen Printmedien sowie von Fernsehen und Radio.