15. Dezember 2017

Kultgegenstände aus König Davids Zeit entdeckt?

Quelle: idea.de

Der israelische Archäologe Jossi Garfinkel will geschichtliche Wahrheit der Bibel beweisen. Foto: PR

Der israelische Archäologe Jossi Garfinkel will geschichtliche Wahrheit der Bibel beweisen. Foto: PR

Jerusalem (idea) – Neue archäologische Funde in Israel sollen beweisen, dass die Könige Salomo und David über ein großes Reich herrschten. Der Archäologe Jossi Garfinkel (Jerusalem) hat Kultgegenstände in der antiken Festung Elah in Khirbet Qeiyafa südwestlich von Jerusalem ausgegraben.

Der an der Hebräischen Universität in Jerusalem lehrende Professor datiert die Funde in die Zeit von 980 bis 1020 vor Christus, in der laut Bibel David und Salomo regierten, und ordnet sie jüdischen Bräuchen zu. Damit sei die Behauptung des Direktors des Archäologischen Instituts der Universität Tel Aviv, Israel Finkelstein, widerlegt, dass es kein Großreich unter König David gegeben habe, so Garfinkel. Finkelstein betrachtet die biblischen Geschichten als mythologische Erzählungen, denn es gebe keine archäologischen Hinweise auf David und Salomon als mächtige Herrscher.

Datierung ist umstritten

Nach Ansicht des deutschen Archäologen Peter van der Veen (Schorndorf bei Stuttgart) wäre es „toll, wenn Garfinkel recht hätte“, weil dann der Streit um die geschichtliche Wahrheit biblischer Berichte entschärft wäre. Allerdings werde dessen Datierung von namhaften Wissenschaftlern bestritten, so Veen gegenüber idea. Einige Archäologen datierten die Funde um 900 v.Chr., als David und Salomo längst tot waren. Außerdem gäben sie keine Auskunft, ob Israeliten die Festung besiedelt hatten. Genauso gut sei es möglich, dass Elah eine Anlage der Philister gewesen sei.