15. Dezember 2017

Freispruch für christliches Ehepaar in Pakistan

Quelle: idea.de

Munir Masih (MItte) und Ruqqiya Bibi (rechts) im Gespräch mit einer CLAAS-Mitarbeitern. Foto: CLAAS

Munir Masih (MItte) und Ruqqiya Bibi (rechts) im Gespräch mit einer CLAAS-Mitarbeitern. Foto: CLAAS

In Pakistan ist ein christliches Ehepaar vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochen worden. Den Eheleuten wurde „Beschmutzung des Islams vorgeworfen. Die Evangelische Nachrichtenagentur idea hatte das Ehepaar im April 2010 als „Gefangene des Monats“ benannt.

Lahore/Jijiga (idea) – In Pakistan ist ein christliches Ehepaar vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochen worden. Die Eheleute Munir Masih und Ruqqiya Bibi hatten im März 2010 wegen „Beschmutzung des Korans“ eine 25-jährige Haftstrafe erhalten. Ihnen wurde vorgeworfen, sie hätten das heilige Buch der Muslime berührt, ohne sich vorher rituell die Hände gewaschen zu haben. Das oberste Gericht des Landes in Lahore entschied am 17. Mai, dass die Anklage gegen die beiden Christen auf falschen Anschuldigungen beruhte. Das teilte die Menschenrechtsorganisation CLAAS (Lahore) mit. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (Frankfurt am Main) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea hatten das Ehepaar im April 2010 als „Gefangene des Monats“ benannt und darum gebeten, in Briefen an die pakistanische Regierung die Freilassung zu fordern. Munir Masih wurde Ende 2010 gegen Zahlung einer Kaution von umgerechnet 870 Euro – die Summe entspricht 13 durchschnittlichen Monatsgehältern – auf freien Fuß gesetzt. Seine Frau Ruqqiya war insgesamt drei Jahre inhaftiert. Nach Angaben von CLAAS dankte der Christ Gott im Büro der Organisation mit Tränen in den Augen und Worten aus Psalm 94: „Aber der Herr ist mein Schutz. Mein Gott ist der Herr meiner Zuversicht.“

Äthiopien: Christ im Gefängnis schwer misshandelt

Auch in einer islamisch dominierten Region Äthiopiens ist ein Christ vorzeitig aus der Haft entlassen worden: Tamirat Woldegorgis, der im April 2011 „Gefangener des Monats“ war. Das Mitglied einer pfingstkirchlichen Gemeinde war im November 2010 in der südäthiopischen Stadt Moyale wegen „Entweihung eines Korans“ zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Muslimische Kollegen warfen dem Schneider unter anderem vor, in eine Koran-Ausgabe die Worte „Jesus ist Herr“ geschrieben zu haben. Es gab jedoch keine Beweise für diese Anschuldigung. Kurz vor seinem Haftantritt starb die Ehefrau von Woldegorgis. Nach Angaben des Informationsdienstes Compass Direct wurde er im Gefängnis von Jijiga mit dem Ziel schwer misshandelt, dass er dem christlichen Glauben abschwört und Muslim wird. Am 25. April wurde er aus der Haft entlassen, ohne ihm jedoch seine Ausweispapiere auszuhändigen. Nach der Rückkehr in seinen Heimatort stellte Woldegorgis fest, dass sein Haus abgerissen und ihm sein Landbesitz weggenommen worden war. Auch zum Verbleib seiner beiden Kinder erhielt er keine Auskunft. Laut „Compass Direct“ sind dem Christen nur zwei Dinge geblieben: Eine Beinverletzung aufgrund der Misshandlungen im Gefängnis und sein Glaube an Gott.