15. Dezember 2017

CDU-Politikerin vergleicht Evangelikale mit Salafisten

Quelle: ead.de

Deutsche Evangelische Allianz weist „realitätsferne Einschätzung“ zurück

Berlin (idea) – Kritik an Evangelikalen hat die ehemalige Ausländerbeauftragte des Berliner Senats, Barbara John (CDU), geübt. In einem Beitrag für die Zeitung „Tagesspiegel“ (Berlin) schreibt sie, für Evangelikale, Pfingstler, Mormonen oder Salafisten zähle der „reine Glaube“. Sie seien „tief fromm, doch häufig nichts wissend vom geschichtlichen Religionskontext“. Ihre potenzielle Gefahr bestehe darin, dass für sie die Schwestern und Brüder im Glauben oft an erster Stelle stünden, während die Gesellschaft wenig zähle, manchmal gar nichts. John: „Aktiv handeln als Staatsbürger und gläubig sein, das kriegen einige nicht auf die Reihe.“ Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Michael Diener (Kassel), weist diese Darstellung zurück. John zeige eine „klischeehafte und realitätsferne Einschätzung von Evangelikalen“, über deren inhaltliche Unbedarftheit oder Böswilligkeit er sich nur wundern könne, erklärte Diener gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Evangelikale seien mehrheitlich in Landes- und Freikirchen beheimatet. Zudem bildeten gesellschaftliche Verortung, Kulturbezogenheit und Einbindung des christlichen Glaubens in die Lebensvollzüge eine ganz entscheidende Rolle ihres Selbstverständnisses. Diener: „Als Deutsche Evangelische Allianz werden wir uns weiter zur Wehr setzen, wenn Journalismus seiner Informationspflicht nicht nur nicht genügt, sondern geradezu Desinformation und Irreführung betreibt. Es mag in Mode kommen, ‚Evangelikale’ in unmittelbaren Zusammenhängen mit Salafisten zu benennen – richtiger wird es damit nicht.“

Vergleich bereits in „Wort zum Sonntag“

Bereits im April war es zu einer heftigen Kontroverse um einen Vergleich zwischen beiden Bewegungen gekommen. Der katholische Pfarrer Wolfgang Beck (Hannover) hatte in der ARD-Sendung „Wort zum Sonntag“ (14. April) vor dem Hintergrund der kostenlosen Koranverteilungen durch radikal-islamische Salafisten gesagt: „Egal, ob Piusbrüder, ob evangelikale Gruppierungen oder muslimische Salafisten, denen wir in diesen Wochen in den Fußgängerzonen begegnen können: Sie alle haben mehr gemeinsam, als ihnen wahrscheinlich lieb ist. Vor allem dieses Bemühen um größtmögliche Eindeutigkeit.“ Nach Protesten der Deutschen Evangelischen Allianz bedauerte Beck „die entstandenen Missverständnisse“, zumal er sich „vielen evangelikalen Christen auch persönlich verbunden fühle“.