20. Oktober 2017

Hahne: Bitte keine Allerwelts-Botschaften in der Kirche

Quelle: idea.de

Der Fernsehjournalist und Bestsellerautor Peter Hahne: Das Konkurrenzlose des christlichen Glaubens deutlicher machen. Foto: PR

Der Fernsehjournalist und Bestsellerautor Peter Hahne: Das Konkurrenzlose des christlichen Glaubens deutlicher machen. Foto: PR

Berlin (idea) – Angesichts der Verkitschung und Kommerzialisierung von Ostern und anderer christlicher Feiertage hat der Fernsehjournalist und Bestsellerautor Peter Hahne (Berlin) die Kirchen gemahnt, die Botschaft Jesu Christi offensiver zu vertreten.

„Christen und Kirche müssen wieder ihre wahre Ware ins Schaufenster legen, die Botschaft, die sie konkurrenzlos wichtig macht“, schreibt das frühere EKD-Ratsmitglied in seiner Kolumne der Wochenzeitung „Bild am Sonntag“. Er habe jüngst einen Gottesdienst erlebt, in dem ein Chor die Nachricht „Frühling ist da“ überbracht habe. Hahne: „Aber brauche ich für eine solche Allerwelts-Osterbotschaft eine christliche Kirche?“ Es klinge wie Realsatire, wenn zu den rund 100 Kirchen, die die evangelische Kirche allein in den letzten vier Jahren wegen Mitgliederschwunds aufgegeben habe, ausgerechnet die Gelsenkirchener Auferstehungskirche gehöre und die ebenfalls verkaufte Jokobuskirche nun ein Bestattungsinstitut beherberge. Hahne fragt: „Dass Ostern wegen der Auferstehung von Jesus Christus gefeiert wird, dass Karfreitag das Datum seiner Kreuzigung ist, wer weiß das heute noch?“ Die Moderatorin einer Nachrichtensendung sei beim Namen des Todesortes Jesu gestolpert und habe den Namen „Golgatha“ betont, als handele es sich um eine Zahnpastamarke. Nach den Worten Hahnes hat sich nach Weihnachten nun auch Ostern zu einer „Geschenk-Orgie“ entwickelt. Christi Himmelfahrt werde Vatertag und als einzigen Heiligen feiere man St. Valentin, als sei er der Schutzpatron des Blumenhandels. Auch den Reformationstag (31. Oktober), das Wendedatum der Weltkultur, habe man dem Kürbisfest Halloween geopfert. Abschließend schreibt Hahne, dass sich um viele Themen auch das Rote Kreuz, Parteien und Gewerkschaften kümmern könnten: „Doch dass es Hoffnung über den Tod hinaus gibt und so etwas wie ‚Freude in allem Leide‘ möglich ist, bietet allein der Glaube.“ Davon wolle er etwas hören, wenn er eine Kirche betrete. „Seid-nett-zueinander-Appelle finde ich besser im Internet, und dass Frühling da ist, signalisiert mir bald der Blick aus dem Fenster. Hoffentlich …“