18. Oktober 2017

Fernsehen will Film über das wahre Grab Jesu zeigen

Quelle: idea.de

Der kanadische Filmemacher Simcha Jacobovici: Sechs Knochenkästen unter einem Hochhaus. Foto: PR

Der kanadische Filmemacher Simcha Jacobovici: Sechs Knochenkästen unter einem Hochhaus. Foto: PR

Jerusalem (idea) – Einen Film über das wahre Grab Jesu Christi will der US-amerikanische Fernsehsender Discovery-Channel am 12. April in den USA und Kanada ausstrahlen. Der Streifen wurde von dem kanadischen Filmemacher Simcha Jacobovici produziert.

Nach seinen Angaben befindet sich das Grab sieben Meter unter einem sechsstöckigen Wohnkomplex im Südosten Jerusalems. Vom Keller aus habe er eine Röhrte in die Tiefe bohren lassen und mit einen Roboter samt Kamera den angetroffenen Hohlraum erkundet. Dabei seien sechs steinerne Knochenkisten entdeckt worden. Eine Verzierung zeige einen eingemeißelten Fisch, der einen Mensch ausspucke. Dies ist im Neuen Testament ein Gleichnis für Jesus Christus, der nach seinem Tod zu neuem Leben erweckt wurde. Auch eine Sarginschrift mit griechischen und hebräischen Buchstaben weise auf Christus hin, sagte Jacobovici bei der Präsentation seiner Entdeckung unter Berufung auf den Theologieprofessor James Tabor (North Carolina).

Plausible Geschichten, aber keine Beweise

Für die meisten Archäologen ist Jacobovici ein Angeber, der nur Geld machen will. Der Leiter des deutschen Instituts für Altertumswissenschaft in Jerusalem, Dieter Vieweger, gesteht dem Filmemacher zu, plausible Geschichten zu liefern. Es gebe aber keine Beweise für ihre Richtigkeit. Jacobovici ist umstritten, weil er bereits mehrmals angebliche Sensationen aus dem Heiligen Land publizierte, die sich später als substanzlos erwiesen. Im vergangenen Jahr präsentierte er zwei Nägel, die bei der Kreuzigung Jesu Christi verwendet worden seien. Im Jahr 2007 überraschte er die Welt schon einmal mit der Entdeckung des Grabes der kompletten Familie Jesu mitsamt Mutter Maria, Vater Josef, Jesus selber, seiner Ehefrau und einem Sohn. Dieser Film wurde damals an Karfreitag auch im deutschen Fernsehen gezeigt und von Wissenschaftlern als reine Vermutung kritisiert.