20. Oktober 2017

Volksmission: Die „Kirche im Zelt“ ist wieder gefragt

Quelle: idea.de

Foto: PR

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Siegen/Rehe (idea) – Die Saison der Zeltmissionen beginnt Ende April mit den Aussendungsfeiern. In diesem Jahr sind 60 Einsätze vorgesehen; 2011 waren es 52. Von einer Trendwende mag der Geschäftsführer der Deutschen Zeltmission (dzm–die mobile mission), Thomas Röger (Siegen), zwar noch nicht sprechen, doch habe das vergangene Jahr gezeigt, „dass das Zelt weiterhin der Ort ist, an dem Menschen jeden Alters und aller Schichten zusammenkommen“.

Es biete auch in Zukunft großartige Möglichkeiten, das Evangelium in einladender und offener Atmopshäre zu verkündigen. Gerade Angebote für Jugendliche und Ältere hätten sich bewährt. In den Zelten wird die christliche Botschaft volkstümlich verkündigt.

Werden Außenstehende erreicht?

Nach Rögers Beobachtung werden die Einsätze zunehmend von Besuchern genutzt, die das Bedürfnis nach Seelsorge haben. Die Frage, wie viele „Außenstehende“ man erreiche, lasse sich nicht mehr so einfach wie früher beantworten: „Es sind zunehmend die Menschen, die wir in unseren Kirchen und Gemeinden treffen, die aber noch keinen festen Glauben an Christus gefunden haben. Gerade sie brauchen die glaubensweckende Verkündigung im Zelt, am besten mit nachfolgenden Glaubenskursen in den Gemeinden“, erläuterte Röger gegenüber idea. Die dzm – die zum pietistischen Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften) gehört – führt als größtes Zeltmissionswerk 17 Evangelisationen (2011: 11) durch, darunter eine Camping- und eine Strandmission.

Mobile Treffpunkte sind bei „Glaubensneulingen“ beliebt

16 Zeltevangelisationen – und damit eine weniger als 2011 – plant die Barmer Zeltmission (Rehe/Westerwald). Daneben setzt das den evangelikalen Brüdergemeinden nahestehende Werk verstärkt auf Aktionen mit ihrem Buscafé „Mobiler Treffpunkt“ in Fußgängerzonen sowie auf sportliche Einsätze für Jugendliche mit ihrem „Life is more”-(Leben ist mehr-)Bus, berichtet Organisator Volker Braas. „Mit diesen niedrigschwelligen Angeboten erreichen wir vor allem Interessierte, die noch wenig vom Glauben wissen, und können intensiv mit ihnen über den Glauben sprechen.“ Auch von ihren Strandmissionen und Sommerlagern lassen sich viele – gerade jüngere – Menschen ansprechen.

FeG plant vier Einsätze – EmK weiterhin auch im Ausland aktiv

Nach einer Pause sind 2012 vier Gemeinde-Einsätze mit dem Zelt des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (Witten) geplant. Die Möglichkeit, das Zelt für gemeind­liche und gemeinnützige Veranstaltungen auszuleihen, besteht weiterhin, erklärte Zeltmeister Diethelm Reuter. Wie in den Vorjahren schlägt das Evangelisationswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) 2012 seine Zelte auch im europäischen Ausland auf: So sind – neben elf Einsätzen in Deutschland – Evangelisationen in Estland, Litauen, Norwegen, Polen, Schweden und Serbien geplant, berichtet der leitende Zeltmeister der Freikirche, Matthias Fritzsch (Laichingen bei Ulm).

Die „Zeltkirche“ bietet „Festival-Atmosphäre“

Nach dem starken Zuspruch im vergangenen Jahr lädt die „Zeltkirche“ der Evangelischen Landeskirche in Württemberg 2012 drei Mal zu Evangelisationen ins Zelt. Der Evangelist des württembergischen Amts für missionarische Dienste und Vorsitzende der Deutschen Evangelistenkonferenz, Pfarrer Johannes Eißler (Reutlingen), unterstrich gegenüber idea die Bedeutung der Kirche im Zelt: „Nirgendwo sonst haben wir eine solche ‚Kanzel‘ mit Tausenden von Zuhörern! Glaube wird sicht- und erlebbar, sodass es im Umfeld von Zeltwochen deutlich leichter als sonst ist, mit unseren Mitmenschen über den Glauben ins Gespräch zu kommen. Die Kirche geht zu den Menschen und wird zur einladenden Gemeinde – durchaus mit Festival-Atmosphäre.“ Diese Chance möchte sich auch die Deutsche Indianer Pionier Mission (St. Johann bei Reutlingen) nicht entgehen lassen, die 2012 drei Zelteinsätze geplant hat. An fünf Orten wird die Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden (AGB) in diesem Jahr ihr Zelt aufstellen. Koordinator Pastor Klaus Becker (Hilden) weist zudem auf das spezielle Angebot der AGB hin: ein Zelt mit Holzboden, in dem sich auch bei feuchter Witterung „trockenen Fußes“ dem Evangelium lauschen lässt.