21. Oktober 2017

Christliches Rundfunkangebot wird größer

Quelle: idea.de

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Hamburg/Wetzlar/Alsbach (idea) – Die Digitalisierung bringt es mit sich: Auch die christliche Rundfunklandschaft in Deutschland weitet sich aus. Hörer und Zuschauer haben die Wahl unter immer mehr weitgehend spendenfinanzierten Programmen.

Zu den Hauptanbietern zählen das evangelische Werk ERF Medien (früher: Evangeliums-Rundfunk) mit Sitz in Wetzlar (Mittelhessen), das überkonfessionelle Bibel TV (Hamburg), der adventistische Kanal Hope Channel (Stimme der Hoffnung) in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, sowie die katholischen Sender EWTN (Eternal World Television Network) mit Sitz in Bonn, das Domradio im Raum Köln sowie Radio Horeb (Immenstadt/Allgäu). Alle senden über Internet und digitalen Satelliten, teilweise auch über Kabel und die digitalen Antennennetze DVB-T (Fernsehen) und DAB+ (Radio).

Neu: Hörfunk von Bibel TV

Ab Juli hat der seit knapp zehn Jahren bestehende Fernsehsender Bibel TV die Möglichkeit, auch Hörfunk anzubieten. Eine zehnjährige Lizenz für die Ausstrahlung über DAB+ und Internet hat die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) am 24. April erteilt. Wie der Geschäftsführer von Bibel TV, Henning Röhl, dazu mitteilt, habe man noch keine „sehr konkreten Pläne“, doch überlege man, eine Reihe von Fernsehinhalten wie Talkshows, Vorträge und Musiksendungen auch im Radio zu verbreiten. Man wolle nichts überstürzen und „niemandem Konkurrenz machen“. Röhl: „Das Evangelium muss auf allen Wegen verbreitet werden – über das Fernsehen, über das Internet und, wenn möglich, auch über das Radio.“

ERF Medien: Kein Kommentar

Bedeckt reagiert ERF Medien auf die Möglichkeit eines neuen christlichen Radioprogramms durch Bibel TV. Man habe die Nachricht zur Kenntnis genommen, nehme dazu aber vorerst nicht Stellung, teilte Pressesprecher Michael vom Ende (Wetzlar), am 30. April der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Anfrage mit. ERF Medien verbreitet in Deutschland drei Hörfunkprogramme: ERF Plus, ERF Pop und Crosschannel.de. Ferner unterhält es seit 2009 den eigenen Fernsehkanal ERF 1. Zuvor war der ERF zwei Jahre lang mit einem zweistündigen Sendeblock bei Bibel TV vertreten. Zur Trennung kam es unter anderem, weil Zuschauer vermehrt an Bibel TV spendeten statt dem ERF. Das Werk ist besonders mit der Deutschen Evangelischen Allianz verbunden.

Adventisten erfreut über größere Vielfalt

Der Radio-Chefredakteur von „Stimme der Hoffnung“, Christian Vogel (Alsbach-Hähnlein), begrüßt die größere Vielfalt im christlichen Radio. Er freue sich, dass mit „Radio Bibel TV“ das Angebot noch breiter werde. Es tue der Gesellschaft gut, wenn mehr christliches Gedankengut verbreitet werde, sagte Vogel auf Anfrage von idea. Finanziell mache er sich keine Sorgen. Das Potential der Spender sei groß genug; jeder Sender habe seine spezifische Zielgruppe. Die „Stimme der Hoffnung“ sendet ihr Radioprogramm über digitalen Satellit und das Internet. Über einen Einstieg bei DAB+ habe man nachgedacht, aber bisher könne man sich das finanziell nicht leisten. Der Fernsehkanal Hope Channel wird ebenfalls über Satellit und Internet verbreitet. Die Siebenten-Tags-Adventisten gehören in Deutschland als Gastmitglied zur Vereinigung Evangelischer Freikirchen. Im Unterschied zu anderen Kirchen feiern sie den Sonnabend und nicht den Sonntag als Ruhetag. Außerdem legen sie Wert auf eine gesunde Lebensweise und verzichten auf Alkohol und Tabak.