20. Oktober 2017

Bremer Bibelverteilaktion stößt auf starkes Medieninteresse

Quelle: idea.de

Foto: Barbara Großmann/pixelio.de

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Bremen (idea) – Großes Medieninteresse hat eine Bibelverteilaktion des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU Bremen hervorgerufen. Zusammen mit der EAK-Vorsitzenden, Elisabeth Motschmann, gaben Mitglieder am 19. April an einem Stand in der Bremer Innenstadt rund 200 Exemplare der Heiligen Schrift weiter.

Wie Motschmann – auch kirchenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft – idea mitteilte, berichteten Fernsehen und Presse über die Aktion. Sie sollte nicht als Gegenveranstaltung zu einer angekündigten, aber dann für Bremen abgesagten Koranverteilaktion radikal-islamischer Salafisten verstanden werden. Vielmehr sollte sie zum Nachdenken anregen. Es sei wichtig, über den eigenen christlichen Glauben Bescheid zu wissen, wenn man einen Dialog mit Muslimen führen wolle. Sie bedauerte, dass mehr als die Hälfte aller Religionsstunden an Bremer Schulen ausfielen. „Goldrichtig“ fand die Aktion der Muslim Oguzhan Yazici, der dem Bremer CDU-Kreisvorstand angehört. Es sei auch unproblematisch, den Koran zu verteilen. Jeder habe das Recht, seine Religion zu verbreiten, sagte er der Zeitung „Weser-Kurier“.

Kirchenexperte: Bibelverteilaktion erinnert an Wahlkampf

Kritische Töne schlug in dem Blatt der Beauftragte der Bremischen Evangelischen Kirche für den Dialog mit den Religionen, Pastor Volker Keller, an. Eine solche Verteilaktion habe „etwas von politischem Wahlkampf“. Die Bibel zu verteilen, könne nicht schaden, werde aber auch nicht viel nutzen. Man brauche Einführungen in die Bibel, wie sie die Kirche anbiete. Tatsächlich mangele es an Wissen über die christliche Religion. Keller empfahl Christen, auch den Koran zu lesen. Kritik übte er an den Salafisten, die Koran-Exemplare verteilen. Sie träten für einen Gottesstaat ein und zeigten eine teilweise menschenfeindliche Tendenz. Keller: „Sie teilen die Menschen in die Guten und die Bösen ein, wobei allein sie die Guten sind. Das ist für mich eher ein Fall für die Psychiatrie.“