21. November 2017

Pakistan: Christ ungerechtfertigt der Koranverbrennung beschuldigt

Quelle: idea.de

Der 25-jährige Khurram Masih ist „Gefangener des Monats März“. Foto: Barnabas Fund

Der 25-jährige Khurram Masih ist „Gefangener des Monats März“. Foto: Barnabas Fund

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats März“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den pakistanischen Christen Khurram Masih benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen. Der 25-Jährige ist seit Dezember in einem Gefängnis von Lahore inhaftiert. Er hatte am 5. Dezember in der Residenz des Moslems Abdul Majed Marmorfliesen verlegt. Nach getaner Arbeit verbrannte der frisch verheiratete Maurer Papier, Zeitungen und Holzbretter. Als der Moslem den Aschehaufen sah, beschuldigte er den Christen, einen Koran zerrissen und verbrannt zu haben.

Andere Bauarbeiter kamen hinzu und zerrten ihn zur nächsten Polizeistation. Hier reichte Majed Klage gegen den Christen gemäß dem Blasphemiegesetz ein, das die Verunglimpfung des Koran mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht. Extremistische muslimische Gruppen verkündeten über Lautsprecher die angebliche Schandtat. Gleichzeitig versuchten herbeigerufene Menschenrechtsaktivisten Khurram Masih zu schützen. Nach seinen Angaben wurde er in der Haft geschlagen und mehrere Tage ohne Nahrung gelassen. Bei einer Verhandlung am 3. Januar wurde ihm auf Druck des Anklägers eine Freilassung auf Kaution verweigert. Nach Angaben von des Informationsdienstes Asia News steht der Beschuldiger in Verbindung mit religiös-extremistischen Gruppen und sei für seinen Hass gegen Nichtmuslime bekannt.

Morddrohungen gegen Christen

Nach Angaben eines Priesters der katholischen Diözese Lahore muss der Christ vor Morddrohungen geschützt werden. Die in Lahore ansässige Menschenrechtsorganisation CLAAS ist mit dem Fall befasst. Die IGFM erinnerte daran, dass vor einem Jahr (2. März 2011) der einzige Christ im pakistanischen Kabinett, Shabaz Bhatti, wegen seines Einsatzes gegen das Blasphemiegesetz auf offener Straße erschossen worden war. Die IGFM und idea rufen dazu auf, sich in Briefen an den pakistanischen Staatspräsidenten Asif Ali Zardari für die Freilassung des Christen einzusetzen: „Bitten Sie darum, dass die pakistanische Regierung den Mut aufbringt, das Blasphemiegesetz zu ändern, zumindest wesentliche Verfahrensverbesserungen und die Bestrafung bei ungerechtfertigten Anklagen einzuführen!“ Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen, zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.