21. November 2017

Kirche erreicht immer weniger aktive Senioren

Quelle: idea.de

Freiburger Studie wertete 1.000 Programmein der badischen Landeskirche, den Kirchengemeinden und der Diakonie aus. Foto: adel_33/pixelio.de

Freiburger Studie wertete 1.000 Programmein der badischen Landeskirche, den Kirchengemeinden und der Diakonie aus. Foto: adel_33/pixelio.de

Karlsruhe (idea) – Aktive Senioren werden immer seltener von kirchlichen Angeboten erreicht, die sich speziell an Ältere wenden. Das ermittelte das Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung der Evangelischen Hochschule Freiburg.

Es wertete mehr als 1.000 Programme in der badischen Landeskirche, den Kirchengemeinden und der Diakonie aus. Die Veranstaltungen, an denen rund 30.000 Kirchenmitglieder teilnähmen, waren meist geselliger Art oder befassten sich mit Glaubensthemen, seien aber kaum vom Leitbild des aktiven Alters geprägt, sagte Prof. Thomas Klie (Freiburg) bei der Vorstellung der Studie am 23. März. Sein Fazit: Immer mehr ältere Menschen fühlen sich so jung, dass sie mit klassischen Seniorenkreisen immer schwerer anzusprechen sind. Laut Klie ist die Studie EKD-weit einzigartig.

Seniorenarbeit strategisch neu ausrichten

Nach Ansicht des landeskirchlichen Bildungsreferenten, Oberkirchenrat Prof. Christoph Schneider-Harpprecht (Karlsruhe), hat die Befragung ergeben, dass sich Angebote für ältere Menschen nicht am Lebensalter orientieren sollen, sondern an Themen und Interessen. Die meisten Deutschen bezeichneten sich erst ab 80 Jahren als alt. „Wer mit der älteren Generation arbeiten will, muss sich den einzelnen Menschen und ihren Bedürfnissen zuwenden“, sagte Schneider-Harpprecht. Er plädierte für eine strategische Neuausrichtung der kirchlichen Seniorenarbeit.