18. November 2017

Keine NPD-Mitglieder im Kirchenvorstand

Quelle: idea.de

Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber: Rechtsextremismus unvereinbar mit kirchlichem Engagement. Foto: PR

Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber: Rechtsextremismus unvereinbar mit kirchlichem Engagement. Foto: PR

Hannover (idea) – Die Betätigung in rechtsextremen Parteien ist nach den Worten des braunschweigischen Landesbischofs Friedrich Weber (Wolfenbüttel) unvereinbar mit kirchlichem Engagement. Deswegen könnten NPD-Mitglieder nicht Kirchenvorständen angehören, sagte er am 15. März bei einer Veranstaltung des niedersächsischen Innenministeriums in Hannover.

Laut Manuskript erwähnte Weber dabei den Ausschluss des NPD-Funktionärs Adolf Preuß aus dem Vorstand der Kirchengemeinde Süpplingen bei Helmstedt Ende 2007. Am 18. März finden in den lutherischen Kirchen Niedersachsens, darunter auch in der braunschweigischen Landeskirche, Kirchenvorstandswahlen statt. Laut Weber gehört die Bekämpfung des Rechtsextremismus zur öffentlichen Verantwortung der Kirche, denn dieser verletze wesentliche ethische Grundsätze des christlichen Glaubens und widerspreche der Gleichheit aller Menschen als Geschöpfe Gottes. So würden im NPD-Programm Haltungen vertreten, die unvereinbar mit dem christlichen Glauben seien. Es enthalte Gedanken, die Verbindungen zum Nationalsozialismus erkennen ließen. Grundlage sei die „Volksgemeinschaft“. Die Kirche unterscheide Menschen aber nicht nach Volkszugehörigkeit, Rasse oder sozialem Status. Der Schutz für Minderheiten, Verfolgte, Bedrohte und Flüchtlinge ein unverzichtbares Prinzip des christlichen Glaubens und der Bibel.

Rechtsextremismus reicht bis in die bürgerliche Mitte

Weber zeigte sich besorgt, dass rechtsextreme Einstellungen „bis weit in die bürgerliche Mitte der Gesellschaft reichen“. Deswegen könnten nicht nur Verfassungsschutz oder Polizei das Problem lösen. Vielmehr sei jede gesellschaftliche Institution gefragt, über Strategien nachzudenken und diese umzusetzen. Es gelte, Widerstand zu leisten gegen rassistische, antisemitische, nationalistische, sozialdarwinistische und andere menschenverachtende Bestrebungen. Sie stellten eine Gefahr für die Demokratie und ein friedliches Miteinander dar.