23. August 2017

Wo Bürgermeister Gott die Ehre geben

Quelle: idea.de

Bürgermeister Frank Inderthal (SPD). Foto: PR

Bürgermeister Frank Inderthal (SPD). Foto: PR

Wetzlar (idea) – Im mittelhessischen Solms bei Wetzlar steht mit Frank Inderthal (SPD) ein evangelikaler Christ als Bürgermeister an der Spitze der Kommune.

Im Nachbarort Greifenstein bewirbt sich Christoph A. Zörb (Ehringshausen-Katzenfurt) um dieses kommunalpolitische Spitzenamt. Der CDU-Kandidat ist ebenfalls ein Evangelikaler.

Inderthal hat Beter hinter sich

Inderthal (39) wurde Mitte August 2010 mit 64,6 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister der über 13.000 Einwohner zählenden Stadt Solms gewählt. Auf den seit 1992 tätigen Amtsinhaber von der Freien Wählergemeinschaft entfielen 35,4 Prozent. Inderthal war vorher Beamter in der Landwirtschaftsverwaltung. Gegenüber idea sagte er, ihm sei wichtig, vor allem Gott die Ehre zu geben. Deshalb habe er in seiner Rede nach der Wahl als erstes Gott gedankt. „Wenn mir jemand auf die Schulter klopft und mich lobt, dann muss ich mir bewusst machen: Nein, nicht ich habe das toll hinbekommen, sondern Gott gehört die Ehre“, so Inderthal. Es bedeute ihm viel, dass Christen aus der Kommune im Gebet hinter ihm stünden. Das sei wohl ein Grund, warum viele Dinge in seiner bisher kurzen Amtszeit „sehr gut gelaufen“ seien. Er sei in der SPD, weil sich sein Vater bereits in der Partei engagiert habe und er deren Positionen auch unter einigen Mitgliedern in der ebenfalls evangelikal geprägten Kirchengemeinde im Ortsteil Niederbiel wiederfinde. Die Landes- und Bundespolitik sei vor Ort von geringer Bedeutung. Er stamme aus einem Elternhaus, in dem der christliche Glaube keine bedeutende Rolle gespielt habe. Nachbarn hätten ihn zum Kindergottesdienst und in die Jungschar eingeladen. Christ sei er durch intensives Bibelstudium in einem Hauskreis sowie durch Mitarbeit im CVJM und in einem Schülerbibelkreis geworden. Dort sei ihm deutlich geworden, dass „Jesus der Maßstab bei den Herausforderungen im Alltag“ sei – privat und in seinem Amt. Neben Ehrlichkeit seien ihm Hilfsbereitschaft sowie Loyalität wichtige Werte.

Zörb: Hände falten ist besser …

Christoph A. Zörb tritt am 13. Mai bei der Bürgermeisterwahl in Greifenstein gegen den seit 2006 amtierenden parteilosen Amtsinhaber an. Im Wahlkampf kritisiert der 43-jährige gelernte Redakteur und Referatsleiter im hessischen Umweltministerium in Wiesbaden vor allem die maroden Gemeindefinanzen, die er durch einen rigiden Sparkurs sanieren will: „An jedem Werktag, an dem das Rathaus öffnet, sind rechnerisch 1.000 Euro für Zinsen fällig.“ Wie Inderthal wurde auch Zörb geistlich durch den CVJM geprägt. Bei der Wahl sieht er sich nicht als Favoriten, will aber den Wählern eine Alternative bieten: „Christen machen keine bessere Politik, nur weil sie fromm sind. Aber sie wissen, dass sie auch in schwieriger Zeit mit Gottvertrauen mutig voran gehen können. Die Hände zu falten ist immer besser, als die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen.“