23. August 2017

Wie sollen Christen auf muslimische Mission reagieren?

Quelle: idea.de

Islamische Extremisten verteilen den Koran in Frankfurter Fußgängerzone. Foto: Flickr/El7bara

Islamische Extremisten verteilen den Koran in Frankfurter Fußgängerzone. Foto: Flickr/El7bara

Frankfurt am Main (idea) – Wie sollen Christen auf muslimische Mission in deutschen Großstädten reagieren? Diese Frage stellt sich beispielsweise in Frankfurt am Main.

In der Fußgängerzone Zeil verteilen an jedem Sonnabend Mitglieder der muslimischen Gruppe „Dawa-FFM“ kostenlos deutschsprachige Koranausgaben. Das arabische Wort „Dawa“ bezeichnet die Einladung, Muslim zu werden. Die Gruppe steht unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes, weil sie den Salafisten, also islamischen Extremisten, nahestehen sollen. Mit der Koranverbreitung wollten sie sich „salonfähig machen“, so der Verfassungsschutz. Salafisten stellten eine der größten Bedrohungen in Deutschland dar. Wer für radikale Formen des Islam anfällig sei, finde bei ihnen reichlich geistige Nahrung. Auch der Frankfurter Flughafenattentäter, Arid Uka, der im März 2011 zwei US-Soldaten erschossen hatte und am 10. Februar zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, war ein Anhänger der Salafisten.

Dialog ist nicht möglich

Vertreter der Kirchen reagieren unterschiedlich auf die islamische Mission. Die Pfarrerin für interreligiösen Dialog, Ilona Klemens (Frankfurt am Main), hält das Verteilen des Korans für legitim; es sei von der Religions- und Meinungsfreiheit in Deutschland gedeckt. Zugleich lehnt sie einen Dialog mit Salafisten ab. Diese ließen „in der Regel jeglichen Respekt für Andersgläubige vermissen“. Wichtig sei es aber, mit jenen Jugendlichen das Gespräch zu suchen, die sich von dieser Ideologie angezogen fühlten. Ferner gelte es, eine „sachorientierte Debatte um die Integration von Muslimen zu führen“, ohne Ängste zu schüren und Feindbilder aufzubauen. Zum interreligiösen Dialog gebe es keine Alternative.

Christen sollen mehr evangelisieren

Zu anderen Schlussfolgerungen kommt Pfarrer Andreas Hannemann, zweiter Vorsitzender der Frankfurter Evangelischen Allianz. Die Koran-Offensive fordere Christen heraus, wieder stärker evangelistisch zu arbeiten. Sie dürften Muslimen nicht das Feld überlassen, sondern auch öffentlich und nicht nur in Kirchen sagen, was Christsein bedeute sowie zum Glauben an Jesus Christus einladen. Es müsse Christen nachdenklich stimmen, wenn der zum Islam konvertierte Prediger Pierre Vogel Christen vorwerfe, viele ihrer Repräsentanten glaubten selbst nicht an das Evangelium. Die Frankfurter Evangelische Allianz werde weiter zu Evangelisationen einladen. Einen Dialog mit den Salafisten lehnt Hannemann ab: „Das bringt nichts.“ Unter den 680.000 Einwohnern von Frankfurt am Main leben etwa 75.000 Muslime.