20. August 2017

Whitney Houstons Tod geht auch Christen an

Quelle: idea.de

Foto: Henning Hraban Ramm/pixelio.de

Foto: Henning Hraban Ramm/pixelio.de

Newark (idea) – Der Tod der Soul-Sängerin Whitney Houston sollte Christen eine Mahnung sein: Nicht nur auf der Bühne, sondern auch in der Kirche treten viele Menschen auf, die heimlich Rauschgift und anderen Drogen verfallen sind. Sie sollten den Mut finden, sich frühzeitig zu ihrer Abhängigkeit zu bekennen, und professionelle Hilfe suchen, schreibt der Chefredakteur des US-Magazins Charisma, J. Lee Grady (Lake Mary/Bundesstaat Florida).

Auch plädiert er für eine größere Offenheit für Menschen mit Suchtproblemen in christlichen Gemeinden. Die Trauerfeier für die weltbekannte Popsängerin findet am 18. Februar in der Baptistengemeinde „Neue Hoffnung“ in Newark (Bundesstaat New Jersey) statt. Dort wuchs sie auf und sang im Gospelchor. Zu der Feier werden etwa 1.500 Gäste erwartet, darunter neben Familienangehörigen Houstons Patentante, die Soul-Sängerin Aretha Franklin, sowie der Schauspieler Kevin Kostner, ihr Partner im Spielfilm „Bodyguard“. Nach der Trauerfeier, die in Deutschland ab 18 Uhr im Fernsehen und Internet übertragen wird, wird Houston auf dem Friedhof Fairview in Westfield (New Jersey) beigesetzt. Die 48-Jährige war am 11. Februar leblos in einer Hotelbadewanne in Beverly Hills bei Los Angeles (Kalifornien) aufgefunden worden. Die genauen Umstände ihres Todes sind noch ungeklärt, aber vieles deutet auf Medikamentenmissbrauch hin.

Lieblingslied: „Jesus liebt mich“

Neben großen Erfolgen – sie gewann sechs Grammys, 26 American Music Awards und verkaufte 170 Millionen Alben – erlebte Houston auch schwere persönliche Niederlagen. Dazu gehörten Drogenprobleme und der jahrelange Krach mit ihrem Ehemann Bobby Brown, von dem sie 2007 geschieden wurde. Bis ins vergangene Jahr wollte Houston durch Entziehungskuren von Cannabis und Kokain loskommen. Dabei war ihr frühes Leben von einem lebendigen christlichen Glauben geprägt. Zwei Tage vor ihrem Tod sang sie in einem Nachtclub in Hollywood ihr Lieblingskinderlied: „Jesus Loves Me“ (Jesus liebt mich). Ihre Mutter, die Gospelsängerin Cissy Houston, kämpfte um ihr Kind. Im Jahr 2009 sagte sie in einem Interview mit der Talkmasterin Oprah Winfrey über ihre Tochter: „Ich will dich nicht an die Welt verlieren. Ich will dich nicht an Satan verlieren.“

Manche Lobpreismusiker leben ein Doppelleben

Wie Grady schreibt, haben viele Christen in der Musikbranche für Whitney Houston gebetet und um sie gekämpft. Aber Drogen hätten eine starke Sogwirkung. Die verstorbene Soul-Diva sei beileibe nicht die einzige Person, die einerseits von Jesus spreche und andererseits mit Kokain oder anderen Rauschmitteln kämpfe. Er kenne Pastoren, Jugendleiter und Anbetungsmusiker, die ein Doppelleben führten und ihre Sucht „unter dem Gewand einer Sonntagmorgen-Religion verstecken“.

Der Teufel hat seine Hände im Spiel

Grady bekniet Christen, das „Monster“ Sucht nicht länger zu ignorieren; es bringe viele Menschen um. Es sei nicht leicht, von solchen Abhängigkeiten loszukommen. Der Spruch „Sag einfach nein!“ funktioniere nicht. Wenn Suchtmittel erst das Gehirn verändert hätten, sei nichts weniger als ein Wunder nötig, um frei zu werden. Grady pflichtet Houstons Mutter bei, dass „Satan“ dabei eine Rolle spiele: „Er hat bei jedem Crack-Handel seine Hände im Spiel.“