19. Oktober 2017

Mission ist in der Gesellschaft akzeptiert

Quelle: idea.de

Foto: memephoto/pixelio.de

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Köln (idea) – Der Begriff „Mission“ ist in Wirtschaft und Gesellschaft längst akzeptiert und weit verbreitet. So sprechen viele Firmen – etwa Microsoft oder Otto-Versand – von ihrem Unternehmensauftrag als „Mission“. Problematisch wird hingegen in der Bevölkerung vielfach das „Missionieren“ angesehen. Darauf machte Pfarrer Hans-Hermann Pompe (Dortmund), am 25. Februar vor Journalisten in Köln aufmerksam, wo das 35. Missionale-Treffen für missionarischen Gemeindeaufbau stattfand.

Daran nahmen etwa 4.800 Besucher vornehmlich aus der rheinischen und westfälischen Kirche, aber auch aus Freikirchen und christlichen Werken teil. Pompe steht dem Missionale-Trägerkreis vor; im Hauptamt leitet er das EKD-Zentrum „Mission in der Region“ (Dortmund/Stuttgart/Greifswald). Laut Pompe geht es beim Missionieren darum, „Gottes Liebe unters Volk zu bringen“. An eine Änderung des Namens „Missionale“, weil er anstößig wirken könne, habe man nie gedacht.

Rheinisches Kirchenleitungsmitglied: „Unser Land braucht das“

Die Ermutigung ehrenamtlicher Mitarbeiter, den christlichen Glauben zu verbreiten, sei von Beginn an „Kern und Stern“ von Missionale gewesen, sagte der Mitbegründer, Landeskirchenrat i.R. Klaus Teschner (Kaarst/Niederrhein). Der 73-Jährige sieht bei Missionale überhaupt noch keine Ermüdungserscheinungen: „Das Format ist noch lange nicht ausgereizt.“ Hartmut Rahn (Solingen), Mitglied der rheinischen Kirchenleitung, sprach sich in der Eröffnungsveranstaltung für eine Kooperation von Kirchen, Freikirchen und christlichen Werken bei der Evangelisation aus. „Unser Land braucht das“, sagte der 55-järhige Volkswirt.

Kulturbeauftragte: Mit Nicht-Christen ins Kino gehen

Die Kulturbeauftragte der EKD, Oberkirchenrätin Petra Bahr (Berlin), beklagte, dass Christen zu wenig darüber wissen, welche Bücher ihre Nachbarn und Bekannten lesen, welche Musik sie hören oder welche Filme sie sehen. Oft würden darin Glaubens- und Lebensthemen angeschnitten. „Wo ist in der Kirche Platz für die, die nicht glauben?“ frage Bahr. Man sollte sich mehr Zeit nehmen, das Leben miteinander zu teilen, zusammen ins Kino zu gehen oder über den aktuellen Fernsehkrimi zu reden.

Was bedeutet Dreieinigkeit?

Thematisch befasste sich das Missionale-Treffen unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ mit der Dreieinigkeit. Auch Christen täten sich bisweilen schwer, dies zu verstehen und zu erklären, sagte Pompe. Dies sei aber zur Sprachfähigkeit und auch für den interreligiösen Dialog wichtig, weil beispielsweise Muslime die Dreieinigkeit fälschlicherweise als drei verschiedene Gottheiten ablehnten. Das Zentrale sei, dass Gott in Beziehung lebe. Er sorge selbst durch das Wirken seines Heiligen Geistes dafür, dass Menschen zum Glauben an Christus kommen. Intellektuelles Wissen über den Glauben sei wichtig, aber nicht entscheidend: „Der Himmel öffnet sich nicht durch gute Argumente.“