16. August 2017

Jungen werden psychisch auffälliger

Quelle: idea.de

Kinderforum der Evangelischen Allianz: Männliche Vorbilder gesucht.

Kinderforum der Evangelischen Allianz: Männliche Vorbilder gesucht.

Bad Blankenburg (idea) – Bei Jungen nehmen Probleme in der Schule und psychische Auffälligkeiten zu. Das berichtete der Buchautor und Jugendreferent Christoph Pahl (Leipzig) bei einem Forum „Kinder in Kirche und Gesellschaft“ zu dem die Deutsche Evangelische Allianz am 3. und 4. Februar in ihrer Zentrale im thüringischen Kurort Bad Blankenburg eingeladen hatte. Das Thema lautete „Jungs sind anders“. Die Erfahrungen der rund 30 Teilnehmer zeigten, dass Jungen im Gegensatz zu Mädchen meist lauter sind, mehr provozieren und weniger leicht auf biblische Impulse ansprechbar seien. Pahl zufolge haben viele ein großes Freiheitsbedürfnis und eine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit. Sie brauchten klare Grenzen und ein Gefühl der Annahme und Sicherheit. Dies zu vermitteln, sei Aufgabe der kirchlichen Jugendarbeit: „Wenn nicht wir Christen die Jungs mit all ihren Macken lieben, wer soll es dann tun?“ Pahl forderte Kirchengemeinden und christliche Gemeinschaften auf, sich verstärkt auf die Bedürfnisse von Jungen einzustellen. Dazu gehöre vor allem, dass mehr Männer in der Jugendarbeit mitarbeiteten und sich als Vorbilder zur Verfügung stellten.

Lebenswelt von Männern kennenlernen

Für Jungen sei es wichtig, die Arbeits- und Lebenswelt von Männern kennenzulernen. Dazu sollten Kindergruppen gelegentlich die Gemeinderäume verlassen und Arbeitsstellen besuchen „Wenn Männer nicht zu den Kindern kommen, dann müssen die Kinder zu ihnen gehen“, sagte Pahl. Er ist Mitarbeiter bei der Jugendarbeit des Marburger Kreises „crossover“ und arbeitet mit Gruppen von Jungen an Schulen. In einem Seminar ermutigte der Referent für „Kirche mit Kindern“ in der braunschweigischen Landeskirche, Diakon Klaus Dieter Braun, im Kindergottesdienst mehr mit Gegenständen und erlebnispädagogischen Spielen zu arbeiten. Um biblische Inhalte zu vermitteln, sollten alle Sinne angesprochen werden. Vorsitzender des Kinderforums ist der Theologe und Kinderreferent des Deutschen Verbandes „Entschieden für Christus“, Thomas Kretzschmar (Kassel).