15. Dezember 2017

Zum Tode verurteilter Pastor bleibt standhaft

Quelle: idea.de

Der iranische Geistliche, Pastor Youcef Nadarkhani, erkennt Mohammed nicht als „Boten Gottes“ an. Foto: PR

London (idea) – Der wegen seines christlichen Glaubens zum Tode verurteilte iranische Pastor Youcef Nadarkhani bleibt standhaft: Obwohl ihm die Justizbehörden eine „Brücke“ bauen, um sein Leben zu retten, macht er keine Zugeständnisse im Glauben.

Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity Worldwide (CSW/London) ist dem Inhaftierten die Freilassung in Aussicht gestellt worden, wenn er eine Aussage mache, dass er Mohammed als „Boten Gottes“ ansehe. Doch der 35-jährige Leiter einer 400 Mitglieder zählenden christlichen Untergrundgemeinde habe dieses Angebot ausgeschlagen. Nadarkhani war am 22. September 2010 wegen „Abfalls vom islamischen Glauben“ und der „Verbreitung nicht-islamischer Lehre“ zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Das Urteil wurde im Juli 2011 vom Obersten Gericht bestätigt, aber noch nicht vollstreckt. Nach einer internationalen Protestwelle wurde der Fall dem höchsten religiösen Führer und Rechtsgelehrten, Ayatollah Ali Khamenei, zur Begutachtung vorgelegt. Unterdessen wollen die iranischen Behörden offenbar Nadarkhani Zeit zum Einlenken geben. Doch der Pastor hat sich schon dreimal geweigert, seinem Glauben abzuschwören und zum Islam zurückzukehren. In der Islamischen Republik ist das Religionsgesetz Scharia Grundlage der Rechtsprechung. Sie sieht die Todesstrafe für den „Abfall vom Islam“ vor. Von den 74,2 Millionen Einwohnern Irans sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.