15. Dezember 2017

Verletzt durch den Heiligen Geist?

Quelle: idea.de

US-Kirchgängerin verklagt eine charismatische Gemeinde. Foto: PR

US-Kirchgängerin verklagt eine charismatische Gemeinde. Foto: PR

St. Louis (idea) – Weil sie im Gottesdienst durch eine umfallende Besucherin zu Boden gerissen wurde und sich Verletzungen zuzog, verklagt eine US-Kirchgängerin eine christliche Gemeinde auf Schadensersatz.

Die Klägerin Cheryl Jones hatte die Disciple Fellowship Christian Church (Christliche Gemeinde der Jüngergemeinschaft) in St. Louis (Bundesstaat Missouri) besucht. Während des Lobpreises verlor eine andere Besucherin die Kontrolle über sich und stürzte nach hinten. Sie riss mehrere Kirchgänger um und landete auf der Klägerin. Als Folge verlor diese das Bewusstsein und zog sich nach eigenen Angaben Verletzungen an Kopf, Hals und Rücken zu. Sie verlangt Schadensersatz für die Kosten der medizinischen Behandlung in Höhe von 50.000 Dollar (38.000 Euro). Nach Angaben ihres Anwalts, Brian Millikan, hat die Gemeinde fahrlässig gehandelt, weil sie keine „Auffänger“ für umfallende Gottesdienstbesucher bereitgestellt habe. Das berichten US-Medien wie ABCNews und der Online-Informationsdienst Courthousenews.com.

Kontrollverlust durch Heiligen Geist

In manchen charismatischen und pfingstkirchlichen Gemeinden ist das Phänomen des sogenannten „Fallens“ oder „Ruhens im Geist“ anzutreffen. Demzufolge geben sich Gottesdienstbesucher dabei so sehr dem Wirken des Heiligen Geistes hin, dass sie die Kontrolle über sich verlieren und nach hinten umkippen. Meist stehen Helfer bereit, die sie auffangen. Kritiker halten diese Praxis für unbiblisch, da die Heilige Schrift davon berichte, dass Anbetende vor Gott „auf ihr Angesicht“ fallen, aber nicht auf den Rücken. Hingegen sei aus heidnischen Religionen das Umfallen nach hinten bekannt.