14. Dezember 2017

Querschnittsgelähmter Samuel Koch hofft weiter auf Heilung

Quelle: idea.de

Gottesdienst im Expo-Wal in Hannover - Foto: Birgit Winter/pixelio.de

Gottesdienst im Expo-Wal in Hannover - Foto: Birgit Winter/pixelio.de

Hannover (idea) – Noch immer hofft der querschnittsgelähmte Samuel Koch auf ein Wunder der Heilung. „Nur Gott kann Unmögliches möglich machen“, sagte der 24-Jährige am 15. Januar in einem Gottesdienst im Expo-Wal in Hannover.

Der bekennende Christ hatte sich am 4. Dezember 2010 in der ZDF-Show „Wetten, dass…?“ beim Versuch, mit Sprungfedern an den Füßen über fahrende Autos zu springen, schwer an der Halswirbelsäule verletzt. Er ist auf den Rollstuhl angewiesen, will aber im Sommersemester sein Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover wieder aufnehmen. Derzeit ist er auf der Suche nach einer behindertengerechten Wohnung. Wie der Leitende Pastor der Kirche im Expo-Wal, Heino Masemann, idea auf Anfrage mitteilte, hatte sich Koch vor seinen Kunstsprüngen immer zur Konzentration Bibelworte aufgesagt. Vor dem Sprung in der Fernsehsendung sei es der vierte Vers aus Psalm 23 gewesen: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“

Unfall war ein „Missverständnis“ mit Gott

Im Gottesdienst wurde Koch von der Physiotherapeutin Anja Karow interviewt. Eigentlich glaube er nicht an Zufälle, sagte der junge Mann, sondern daran, dass Gott alles in der Hand habe. Bei seinem Unfall habe es sich aber wohl um ein „Missverständnis“ zwischen ihm und Gott gehandelt. Er sei Gott für jeden Tag dankbar, auch wenn es manchmal schwer gewesen sei – besonders während seiner Behandlung in einer Schweizer Klinik. Aber er sei nicht allein: Er sei dankbar für die Anwesenheit und Hilfe Gottes, seiner Eltern, Verwandten, Freunde und Therapeuten.

Pastor: Die Last des Lebens zu Jesus bringen

Auch in seiner Predigt ging Masemann darauf ein, dass manche Tage „eine Last“ seien. So sei fast auf den Tag genau vor vier Jahren – am 11. Januar 2008 – sein achtjähriger Sohn Micha gestorben. Die Last des Lebens führe auch zu Jesus, der die Sünde und Krankheit der Menschen auf sich geladen und ans Kreuz getragen habe. Deshalb könne man alles Versagen, alle Angst und Verzweiflung zu Jesus bringen. Zwar bleibe die Mühe, die manche Tage abfordern, aber gleichzeitig werde der Blick weit, und man sehe, dass es gute Gründe gebe, Gott an jedem Tag zu danken.

„Unglaubliche Kirche“ im Expo-Wal

Im ehemaligen „Pavillon der Hoffnung“ der Weltausstellung Expo 2000 finden an jedem zweiten Sonntag zwei Gottesdienste „für Fragende und Suchende“ statt. Am 15. Januar kamen dazu rund 700 Menschen in das einem Wal nachempfundene Gebäude. Außerdem gibt es jeden Mittwoch zwanglose Zusammenkünfte für Menschen, die auf der Suche nach Glaubensangeboten sind. Die „unglaubliche Kirche“ im Expo-Wal wird vom Landesverein für Innere Mission getragen; Masemann ist dessen Geschäftsführer.