15. Dezember 2017

Ministerpräsident Reiner Haseloff: Christen, steht zusammen!

Quelle: idea.de

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff mit seiner Ehefrau Gabriele beim Impulstag - Foto: Thomas Schneider

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff mit seiner Ehefrau Gabriele beim Impulstag - Foto: Thomas Schneider

Leipzig (idea) – Angesichts der zurückgehenden Zahl von Christen wird es in Zukunft auch in Deutschland wichtiger werden, dass Christen unterschiedlicher Konfessionen zusammenstehen. Das sagte der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (Lutherstadt Wittenberg), am 21. Januar bei einem Impulstag des Kongresses christlicher Führungskräfte in Leipzig.

Im Osten hätten zwei Diktaturen die Zahl der Christen nachhaltig dezimiert. Aber auch im Westen Deutschlands würden sich längst nicht mehr alle Menschen zum christlichen Glauben bekennen, „auch wenn es auf der Lohnsteuerkarte vielleicht anders eingetragen ist“. Schätzungen zufolge könnten in weiten Teilen Deutschlands 80 Prozent der Menschen nichts mehr mit dem christlichen Glauben anfangen. Dennoch sei er überzeugt, dass das christliche Menschenbild weiterhin die beste Grundlage für das gesellschaftliche Miteinander in Deutschland und Europa sei, so der Katholik, „weil wir wissen, dass die Alternativen, die jenseits der christlichen Wertekodices stehen, nicht gut sind“. Er wünsche sich, dass Christen das deutlicher sagten, „ohne dabei elitär uns besserwisserisch aufzutreten“. Christen sollten alles dafür tun, dass Verfassungsgrundsätze wie die Verantwortung vor Gott und den Menschen nicht infrage gestellt würden.

Kongress christlicher Führungskräfte „elementar und wichtig“

Als „elementar und wichtig“ bezeichnete Haseloff den Kongress christlicher Führungskräfte, da er Christen miteinander vernetze und helfe, dass christliche Überzeugungen im positiven Sinne in die Gesellschaft hineinwirkten. Er schlug unter anderem Patenschaften zwischen Unternehmern vor. „Sie sollen wissen, dass ich persönlich es für wichtig erachte, dass sie einen erfolgreichen Kongress durchführen“, so Haseloff vor den mehr als 200 Teilnehmern. Der Vorsitzende des Kongresses, Pastor Horst Marquardt (Wetzlar), sagte, man wolle Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Kirche helfen, die richtigen Maßstäbe zu finden. Der Kongress christlicher Führungskräfte unter dem Thema „Mit Werten in Führung gehen“ findet im Januar 2013 bereits zum achten Mal statt. Er wird veranstaltet von der Evangelischen Nachrichtenagentur idea in Kooperation mit der Firma „tempus Akademie & Consulting“ (Giengen bei Ulm).

Wer sich von Gott führen lässt, kann andere führen

Nach Worten der stellvertretenden Superintendentin des Kirchenbezirks Leipzig, Pfarrerin Dorothea Arndt, haben diejenigen die besten Führungsqualitäten, die sich selbst von Gott führen lassen. Weisheit bestehe vor allem darin, seine eigenen Grenzen zu kennen. Das beste Beispiel dafür sei der alttestamentliche König Salomo, der für das Volk Israel Verantwortung übernehmen sollte. „Er ahnte, dass er das nicht aus eigener Kraft und Leistung schafft“, sagte sie. Deshalb habe er Gott um ein hörendes Herz gebeten. „Diese Fähigkeit, sich leiten und führen zu lassen, brauchen wir auch heute.“

„Erfahrung lässt sich nicht herbeigooglen“

Der Gründer der Einzelhandelskette Spiele-Max, Wilfried Franz (Berlin), sagte, wer auf sein abendliches Fernsehprogramm nicht verzichten wolle, sollte sich nicht selbständig machen. Besonders die Gründungsphase eines Unternehmens sei sehr zeitintensiv. Er habe damals bis zu 100 Stunden pro Woche gearbeitet. „Aber Erfahrung lässt sich nun mal nicht herbeigooglen.“ Als größten Reichtum für Unternehmer bezeichnete er gute menschliche Beziehungen und eine intakte Beziehung zu Gott. Beides helfe, auch mit Niederlagen umzugehen. Die Spiele-Max AG ist mit mehr als 40 Fachmärkten in ganz Deutschland und einem Jahresumsatz von rund einer Million Euro eine der großen Spielwarenketten.

Immer mehr Manager und immer weniger Unternehmer

Nach Ansicht des Geschäftsführenden Gesellschafters der Wachscommunication GmbH, Friedhelm Wachs (Leipzig), gibt es in Europa immer weniger Unternehmer und stattdessen immer mehr Manager. Während ein Unternehmer ständig neue Ideen brauche und mit seinem persönlichen Vermögen für die Firma hafte, übernehme ein Manager lediglich einen laufenden Betrieb, spiele mit dem Geld anderer Leute, habe eine eigene Pensionskasse und versuche, eine Firma zu führen. „Und wenn es schief geht, passiert ihm trotzdem nichts“, so Wachs. Er plädierte dafür, das Unternehmertum wieder zu stärken, etwa dadurch, dass es bereits in den Schulen als Thema in den Lehrplan aufgenommen werde. Der frühere Bildungsstaatssekretär von Sachsen-Anhalt, Winfried Willems, bezeichnete die Persönlichkeitsbildung der Heranwachsenden als eine der wichtigsten Aufgaben der Schule. Hier gebe es mitunter erheblichen Nachholbedarf.

Zeit für die Familie nehmen

Der Unternehmer Martin Funck (Hennersdorf/Erzgebirge) ermutigte dazu, sich genügend Zeit für die eigene Familie zu nehmen. Dabei sei nicht die Länge der gemeinsam verbrachten Zeit entscheidend, sondern die Qualität, sagte er. Ohne Qualität im persönlichen Leben gebe es auch keine Führungs- und Produktqualität im Unternehmen, so der Unternehmer. Funck hat zusammen mit seinem Geschäftspartner Helmut Rosskopf (Volkenroda/Thüringen) aus einer Schreinerei ein international tätiges Unternehmen gemacht, das in Thüringen und Sachsen 150 Arbeitsplätze geschaffen hat. Der Leiter des Personalamts Leipzig, Frank Pörner, grüßte die Teilnehmer des Impulstages im Namen von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Die Stadt freue sich, dass der Kongress christlicher Führungskräfte nach 2007 bereits zum zweiten Mal nach Leipzig komme.