16. Januar 2018

Mehr Gesundheit durch gleichgeschlechtliche Ehe?

Foto: Gerd Altmann/dezignus.com/pixelio.de

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Nach einem SPIEGEL-Bericht hätten Forscher von der Columbia University eine „interessante“ Entdeckung gemacht. Bei einer Untersuchung von Patienten eines Gesundheitszentrums für sexuelle Minderheiten in Massachusetts (USA) habe man Hinweise gefunden, dass sich die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare „positiv auf die Gesundheit von schwulen Männern“ auswirken könne. So habe man von 1211 schwulen und bisexuellen Männern die Gesundheitsparameter überprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass diese – nach Einführung des liberaleren Ehegesetzes im Jahr 2003 – 13 Prozent weniger Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen hätten. Auch die Gesundheitskosten seien um 14 Prozent zurückgegangen.

Der Autor der Studie schlussfolgere, dass „das Recht auf eine gleichgeschlechtliche Ehe eine weitreichende Auswirkung auf die Gesundheit von schwulen und bisexuellen Männern in Bezug auf Krankheiten“ habe.

Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) stellt hingegen fest, dass homosexuelle Lebensstile bei Männern und Frauen mit einem höheren Risiko für verschiedene psychische Probleme und insbesondere bei Männern auch für körperliche Erkrankungen verbunden sind. Zu den psychischen Problemen gehörten eine höhere Rate an Depressionen, Angststörungen, Alkohol-, Drogen-, Medikamentenmissbrauch und Selbstmordgefährdung.

Für Behauptungen homosexueller Lobbygruppen, diese Probleme seien durch eine ablehnende Haltung der Gesellschaft gegenüber Homosexualität verursacht, gebe es bisher keine Beweise. So habe beispielsweise die Abschaffung der Stigmatisierung von Ehescheidungen in den 70er Jahren letztlich dazu geführt, dass Scheidungen zunahmen und betroffene Kinder nicht selten ihr Leben lang unter psychischen Problemen leiden, weil sich ihre Eltern scheiden ließen. Befürworter der Ehescheidung hatten damals behauptet, dass Kinder dadurch traumatisiert würden, weil sie mit unglücklichen Eltern zusammenleben müssten.

Bei homosexuell lebenden Menschen käme, so die Ärztin Dr. Christl Ruth Vonholdt, „eine höhere Gefährdung für promiskes (sexuell freizügiges) und zwanghaftes sexuelles Verhalten und innerhalb männlicher Partnerschaften wohl auch eine höhere Gefährdung für Gewalt“ hinzu. Neue Befragungen aus den USA wiesen darauf hin, dass Jugendliche, die sich als homosexuell oder bisexuell bezeichnen, häufiger Drogen und Alkohol konsumierten, häufiger gewaltbereites Verhalten zeigten und häufiger Opfer und Täter bei sexuellen Verabredungen seien. Zu den Risiken für die körperliche Gesundheit gehörten vor allem sexuell übertragbare Erkrankungen inklusive AIDS. Nach aktuellen Informationen des Robert Koch Instituts Berlin beträfen 68% der HIV-Neuinfektionen Männer, die Sex mit Männern haben.

Vonholdt schreibt in einem ihrer Aufsätze:

Als 1993 der homosexuell lebende Forscher Dean Hamer eine kleine Untersuchung über einen möglichen Zusammenhang zwischen homosexuellen Empfindungen und einem Gen veröffentlichte, titelten führende Medien weltweit ähnlich wie der SPIEGEL: „Gen für Homosexualität entdeckt.“ Viele glaubten das. Hamer selbst formulierte viel vorsichtiger: „Wir wussten, dass Gene nur ein Teil der Antwort sind. Wir nahmen an, dass auch die Umwelt eine Rolle bei der sexuellen Orientierung spielt, wie sie es bei den meisten, wenn nicht sogar bei allen Verhaltensweisen tut.“ – Schon 1999 konnte eine kanadische Forschergruppe, die eine größere Untersuchung durchführte, die Ergebnisse der Hamer-Studie nicht mehr bestätigen: „Da unsere Studie größer… angelegt ist, hätten wir sicher einen genetischen Einfluss feststellen müssen. Unsere Daten können das Vorhandensein eines Gens…, das die sexuelle Orientierung wesentlich beeinflussen würde, nicht stützen.“ Auch danach noch fahndeten Forscher intensiv, doch immer vergeblich, nach einem Homosexuellen-Gen. Im August 2010 gab endlich auch der SPIEGEL zu: „Das postulierte Schwulen-Gen hat sich trotz intensivster Suche bis heute nicht finden lassen.“

Niemand werde, so Vonholdt, schwul oder lesbisch geboren. Das belegten auch Hirn- und Zwillingsforschung. Vor allem die Hirnforschung von Simon LeVay, einem Forscher, der sich zur Homosexuellenbewegung zählt, werde in der Presse häufig so dargestellt, als sei darin die Angeborenheit von Homosexualität bewiesen. LeVay dagegen habe klargestellt: „Es ist wichtig zu betonen, was ich nicht fand. Ich habe nicht nachgewiesen, dass Homosexualität genetisch ist und habe auch keine genetische Ursache für Homosexualität gefunden. Ich habe nicht nachgewiesen, dass homosexuelle Männer so geboren sind – der häufigste Fehler, der bei der Interpretation meiner Forschung gemacht wird. Ich habe auch kein homosexuelles Zentrum im Gehirn gefunden.“

Niemand habe demnach seine homosexuelle Empfindungen gewählt. Eine homosexuelle Identität (ich bin schwul, ich bin lesbisch) sei sehr wohl gewählt, worauf sogar die Berliner ISV-Kampagne verweisen würde. Homosexuelle Lobbygruppen forderten immer wieder ein Verbot von Therapien zur Veränderung von Homosexualität. Doch dafür gebe es, so das DIJG, weder eine ethische noch eine wissenschaftliche Grundlage.