26. April 2018

Iran: Sicherheitskräfte lösten vorweihnachtlichen Gottesdienst auf

Quelle: idea.de

Der Pastor und seine Frau mussten Heiligabend hinter Gittern verbringen.

Der Pastor und seine Frau mussten Heiligabend hinter Gittern verbringen.

Ahwaz (idea) – Im Iran haben Sicherheitskräfte einen vorweihnachtlichen Gottesdienst der pfingstkirchlichen Assemblies of God (Versammlungen Gottes) aufgelöst und den Pastor sowie alle Besucher zeitweise verhaftet.

Das berichten Menschenrechtsorganisationen. Der Vorfall habe sich am 23. Dezember in der südiranischen Stadt Ahwaz ereignet. Die meisten Christen, darunter viele Kinder, seien in Bussen abtransportiert, dann verhört und eingeschüchtert und schließlich nach Hause geschickt worden. Pastor Farhad Sabokrouh, seine Frau Shahnaz und zwei Älteste der Gemeinde mussten Heiligabend hinter Gittern verbringen, ehe auch sie freigelassen wurden. Ein Grund für das Vorgehen der Behörden sei nicht genannt worden. Nach Angaben der Organisation Christian Solidarity Worldwide (Christliche Solidarität Weltweit/CSW) in London gehört die Gemeinde Gottes in Ahwaz nicht zur Hauskirchenbewegung, in denen sich meist ehemalige Muslimen im Verborgenen treffen, sondern ist offiziell registriert. Pastor Farhad sei jedoch wiederholt bedroht worden, weil er die Aufnahme von Ex-Muslimen in seine Kirche nicht ablehne. Bereits in den vergangenen drei Jahren habe es ähnliche Störungen der Weihnachtsvorbereitungen gegeben. Von den 74,2 Millionen Einwohnern Irans sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.