18. Januar 2018

Fast 500.000 Pakete für hilfsbedürftige Kinder gespendet

Quelle: idea.de

Der Geschäftsführer von „Geschenke der Hoffnung“, Bernd Gülker. Foto: PR

Der Geschäftsführer von „Geschenke der Hoffnung“, Bernd Gülker. Foto: PR

Berlin (idea) – Deutsche und Österreicher haben in diesem Jahr fast eine halbe Million Geschenkpakete für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ gespendet. In beiden Ländern wurden in den vergangenen Wochen 492.529 Pakete für hilfsbedürftige Kinder vorwiegend in Osteuropa gepackt.

Das waren 9,2 Prozent weniger als im Vorjahr. 2010 hatten die Bürger in Deutschland und Österreich 542.235 Pakete mit Kleidung, Schulsachen, Spielzeug und Süßigkeiten bereitgestellt – ein Rekordwert. Über die Gründe für den Rückgang könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen machen und wolle darüber auch nicht spekulieren, sagte der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Trägervereins „Geschenke der Hoffnung“ (Berlin), Tobias-Benjamin Ottmar, auf idea-Anfrage. Nach Angaben des Werks haben seit dem Start von „Weihnachten im Schuhkarton“ vor 15 Jahren über 5,1 Millionen Jungen und Mädchen in Not ein Päckchen erhalten. Es sei oft ihr erstes Weihnachtsgeschenk gewesen. „Wir freuen uns, dass sich so viele Menschen beteiligt haben und mit ihren Geschenken Lichtblicke setzen. Diesen Segen geben wir gern über die verschiedenen ortsansässigen Kirchen an Kinder weiter“, erklärte der Geschäftsführer von „Geschenke der Hoffnung“, Bernd Gülker. Zwar stimme ihn der Rückgang der Päckchenzahl nachdenklich, doch überwiege die Freude über die Begeisterung der unzähligen Spender und Helfer. Neben Einzelpersonen beteiligten sich Kindergärten, Schulen, Kirchengemeinden und Unternehmen an der Aktion. Die Geschenkpakete befinden sich auf dem Weg in die Empfängerländer, unter anderem nach Moldau, Georgien und Rumänien.

Auch palästinensische Kinder werden beschenkt

Erstmals seit vier Jahren werden auch wieder notleidende Kinder im Westjordanland beschenkt. Die palästinensische Autonomiebehörde habe begrüßt, dass dabei keine Unterschiede zwischen den Religionen gemacht würden, so das Hilfswerk. Nach seinen Angaben werden die Pakete rund um Weihnachten von örtlichen christlichen Gemeinden – darunter katholischen, orthodoxen und protestantischen – in den Empfängerländern verteilt. Dies geschehe in Zusammenarbeit mit Verantwortungsträgern in Bildungseinrichtungen, Waisen- und Krankenhäusern. Auf Wunsch könnten sich die Kinder auch ein Heft mit biblischen Geschichten mitnehmen. Prominente Unterstützer der Geschenkaktion sind unter anderen die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen (CDU), der Fernsehmoderator und Bestsellerautor Peter Hahne (Berlin) und EKD-Ratsmitglied Tabea Dölker (Holzgerlingen bei Stuttgart). In beiden großen Kirchen – vor allem in katholischen Bistümern – ist wiederholt auch Kritik an der Aktion laut geworden. Sie widerspreche einer nachhaltigen Entwicklungsarbeit, lautet ein Vorwurf. Außerdem arbeite „Geschenke der Hoffnung“ mit der US-amerikanischen Organisation „Samaritan’s Purse“ (Geldbeutel des Samariters) zusammen, die „fundamentalistisch“ ausgerichtet sei. Deren Leiter ist Franklin Graham, ein Sohn des Evangelisten Billy Graham.