16. Januar 2018

Evangelikaler: NDR soll „unwahre“ Behauptungen unterlassen

Quelle: idea.de

Wilfried Plock: Ich habe nicht dazu aufgerufen, Kinder körperlich zu züchtigen. Foto: PR

Wilfried Plock: Ich habe nicht dazu aufgerufen, Kinder körperlich zu züchtigen. Foto: PR

Hünfeld (idea) – Der Vorsitzende der evangelikalen Konferenz für Gemeindegründung, Wilfried Plock (Hünfeld bei Fulda), hat den Norddeutschen Rundfunk (NDR) aufgefordert, Behauptungen über ihn im Zusammenhang mit der Züchtigung von Kindern zu unterlassen.

Der Sender hatte am 21. Dezember in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ einen Beitrag unter dem Titel „Kinder schlagen im Namen Gottes“ ausgestrahlt. Darin wird „radikalen Christen“ vorgeworfen, Bibelstellen „unreflektiert in die heutige Zeit zu übertragen“ und als Rechtfertigung zu nehmen, um Kinder zu schlagen. In dem Beitrag werden Ausschnitte aus einem mit versteckter Kamera gedrehten Video mit einem Vortrag von Plock gezeigt. Nach dessen Angaben handelte es sich jedoch um ein Referat, das er zum Thema „Ehe“ gehalten habe. Der Rechtsanwalt Plocks forderte den NDR in einem Schreiben vom 23. Dezember auf, ab sofort nicht mehr zu behaupten, dass sein Mandant in Vorträgen dazu aufrufe, „Gewalttaten/Straftaten, insbesondere von Körperverletzungen an Kindern im Namen Gottes auszuüben“. Dies gelte auch für Behauptungen, er sei ein „radikaler Christ“, insbesondere wenn damit ein Vergleich mit „radikalen Muslimen“ hergestellt werde. Die Berichterstattung des NDR habe von den Vortragsinhalten Plocks durch Auslassungen und die Zitierung von aus dem Zusammenhang gerissenen Sätzen ein „unwahres Bild“ vermittelt. Plock habe bedingungslose Liebe und Annahme eines Kindes als das Fundament der Kindererziehung bezeichnet. Eine gute Erziehung beinhalte auch, klare Regeln zu geben und diese durchzusetzen.

Plock für „maßvolle körperliche Züchtigung“

In dem betreffenden Vortrag habe sich Plock in diesem Zusammenhang für eine „maßvolle, sorgsame und verantwortungsvoll eingesetzte körperliche Züchtigung als Erziehungsmittel“ ausgesprochen. Er habe rein sachlich dargestellt, dass die Heilige Schrift – insbesondere das Buch der Sprüche – eine solche Züchtigung kenne und nenne. Dabei überlasse er es jedoch dem Zuhörer selbst zu entscheiden, ob er solche Maßnahmen einsetze. Er selbst habe einmal seine zwischenzeitlich erwachsenen Kinder als Erziehungsmittel körperlich gezüchtigt. Aufgrund der NDR-Berichterstattung hatte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag, Miriam Staudte, Strafanzeige gegen Plock und mehrere Verlage erstattet. Sie sollen Erziehungsratgeber herausgegeben haben, in denen die körperliche Züchtigung von Kindern befürwortet werde.