19. Januar 2018

Deutschland: Neun von zehn Kindern fühlen sich wohl

Quelle: idea.de

UNICEF-Bericht: 14 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wachsen in relativer Armut auf.

UNICEF-Bericht: 14 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wachsen in relativer Armut auf.

Köln (idea) – Rund 90 Prozent aller Kinder in Deutschland fühlen sich nach eigenen Angaben wohl. Das geht aus einem Bericht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF hervor.

Im Auftrag von UNICEF Deutschland (Köln) haben Wissenschaftler der Humboldt-Universität Berlin aktuelle Daten zur Lage der Kinder ausgewertet. Danach ist deren Wohlbefinden in großen städtischen Zentren tendenziell schlechter als in Flächenländern. Aus Sicht der Kinder scheinen Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland „besonders lebenswerte Länder zu sein“, heißt es. Demgegenüber lägen Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Sachsen-Anhalt und Bremen nicht nur beim materiellen Wohlbefinden im unteren Drittel, sondern auch bei der Bildung und – mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern – auch bei den Beziehungen zur Familie und zu Gleichaltrigen. Dem Bericht zufolge haben je nach Bundesland zwischen 11 und 17 Prozent der Kinder das Gefühl, in der Schule nicht klar zu kommen. In Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern verließen doppelt so viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss wie in Bayern, Baden-Württemberg und dem Saarland.

Alleinerziehende Frauen benachteiligt

14 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wüchsen in relativer Armut auf. Die Kinderarmut werde in den westlichen Bundesländern unterschätzt und in den östlichen überschätzt. Alleinerziehende Frauen mit kleinen Kindern seien wirtschaftlich trotz leichter Verbesserungen weiter stark benachteiligt. Ihr Einkommen liege rund 40 Prozent niedriger als das aller anderen Familien. Der UNICEF-Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die Teilhabe von Eltern am Arbeitsleben von zentraler Bedeutung für das Wohlbefinden der Kinder sei. Väter und Mütter, die ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten könnten und sich am gesellschaftlichen Leben beteiligten, seien die wichtigsten Rollenmodelle für Kinder. Durch eine „glaubwürdige Lebensführung“ vermittelten sie dem Nachwuchs das notwendige Vertrauen, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.