22. Oktober 2017

Vietnam: Diakon im Gefängnis an Betonbett gekettet

Quelle: idea.de

Auf diese Weise wird Diakon Y BHem Kpor in Isolationshaft täglich gefesselt. Foto: PR

Auf diese Weise wird Diakon Y BHem Kpor in Isolationshaft täglich gefesselt. Foto: PR

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den vietnamesischen Christen Y BHem Kpor benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen.

Der 49-Jährige ist Diakon des Verbandes der Evangelischen Kirche Vietnams (Südvietnam) in der Provinz Dak Lak. 2004 demonstrierte er zusammen mit einigen tausend Montagnards – Angehörigen christlicher Bergvölker – für die Rechte der ethnischen Minderheiten und die Religionsfreiheit. Der Diakon wurde verhaftet und am 19. Juli 2004 wegen „Sabotage der Solidaritätspolitik“ zu zehn Jahren Haft verurteilt. Schriftlich kritisierte er in der Haft, dass die Minderheiten im zentralvietnamesischen Hochland diskriminiert, die Religionsfreiheit eingeschränkt und die rund 80 Montagnard-Gefangenen im nordvietnamesischen Lager Nam Ha schlechter als andere Häftlinge behandelt werden. Seit August 2011 befindet er sich deshalb in Isolationshaft. Nach Informationen der IGFM wird er täglich von 17 bis 7 Uhr an den Füßen an seine Betonbett gefesselt. Dort muss er auch seine Notdurft verrichten. Die IGFM und idea rufen dazu auf, sich in Briefen an den vietnamesischen Ministerpräsidenten Nguyen Tan Dung dafür einzusetzen, dass die „menschenunwürdige Behandlung“ des Diakons und der übrigen Montagnards im Lager Nam Ha beendet wird und sie freigelassen werden. Von den knapp 91 Millionen Einwohnern des südostasiatischen Landes sind 54 Prozent Buddhisten, 22 Prozent Atheisten und 8 Prozent Christen, meist Katholiken. 1,8 Prozent sind evangelisch. Der Rest gehört Stammes- oder Naturreligionen an.