22. Oktober 2017

Thomas Gottschalk: Vom Glauben lass ich nicht

Quelle: idea.de

Thomas Gottschalk - Foto: Creative Commons-Lizenz CC BY 3.0

Thomas Gottschalk - Foto: Creative Commons-Lizenz CC BY 3.0

Hamburg (idea) – Ein persönliches Bekenntnis zum christlichen Glauben hat der Fernsehunterhalter Thomas Gottschalk abgelegt. Seit seiner Kindheit habe er nicht vom Glauben gelassen, sagte der 61-Jährige dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Hamburg).

In dem Interview äußert er sich über seine katholische Erziehung, sein Verständnis von guter Fernseh-Unterhaltung sowie über den Unfall des Kandidaten Samuel Koch in der Sendung „Wetten dass…!“. Gottschalk ist, wie er berichtet, im katholischen Glauben aufgewachsen und habe bisher keinen Grund gehabt, ihn aufzugeben: „Ich bin davon überzeugt, dass ein gläubiger Mensch und ein fröhlicher Mensch nicht nur deckungsgleich sein können, sondern auch sein sollten.“ Evangelium heiße frohe Botschaft – „und das nehme ich ernst“. Beim Glauben gehe es um Grundsätzliches: „Hat Gott die Menschen, oder haben die Menschen Gott geschaffen?“ Diese Frage beantworteten der Kommunist Karl Marx (1818-1883) und der Apostel Paulus unterschiedlich. Er selbst denke schlicht und pragmatisch: „Mit dem Glauben an Gott sterbe ich lieber, wenn ich schon muss.“

Nächstenliebe praktisch

In seiner Umgebung versuche er, eine wesentliche Anforderung des christlichen Glaubens zu erfüllen: „Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Das wolle er praktisch umsetzen: „Es gibt Kollegen von mir, die sich für Afrika einsetzen und gegen alles Elend der Welt ankämpfen, aber nicht mitbekommen, dass ihre eigenen Kinder kiffen und koksen.“ Er hingegen wolle für seine Frau und seine Kinder genauso da sein „wie für alle anderen, für die ich verantwortlich bin, Putzfrau oder Gärtner. Schon aus Dankbarkeit, dass ich dieses Personal überhaupt habe.“

Unterhaltung als Seelsorge

Er sehe sich als Showmaster in der Pflicht, Menschen zu unterhalten, ohne dabei zu beschädigen: „Dass Menschen vorgeführt werden, werden sie bei mir nicht erleben.“ In einem besonderen Sinn verstehe er seine Arbeit durchaus als Seelsorge: „Eine gewisse Dunkelheit wegblasen, Menschen entkrampfen und entspannen, das trifft es vielleicht.“

Vaterunser für Samuel Koch

Gottschalk ruft auch seine Empfindungen und Erfahrungen bei dem schweren Unfall in seiner Show vom 4. Dezember 2010 in Erinnerung. Damals war der heute 24-jährige Samuel Koch beim Versuch, ein fahrendes Auto mit Sprungfedern an den Beinen zu überspringen, schwer gestürzt. Seither ist er querschnittsgelähmt. Wie Gottschalk jetzt sagte, habe ihn die Reaktion der Familie Koch tief beeindruckt: „Die haben eine große Frömmigkeit und einen festen Glauben.“ Schon am Tag nach dem Unfall habe er mit der Familie ein Vaterunser gebetet. Gottschalk: „Das hat uns eine gemeinsame Ebene gegeben, ihnen in ihrer Verzweiflung, mir in meiner Ratlosigkeit. Da war plötzlich eine Nähe da, auch eine Form von Geborgenheit.“