20. August 2017

Pakistaner dürfen keine SMS über Jesus Christus schreiben

Quelle: idea.de

"Jesus Christus" wurde auf eine Liste mit „anstößigen“ Wörtern gesetzt.

"Jesus Christus" wurde auf eine Liste mit „anstößigen“ Wörtern gesetzt.

Islamabad (idea) – Pakistaner dürfen beim Verschicken von Kurzmitteilungen über Mobiltelefone (SMS) nicht mehr den Namen Jesus Christus verwenden. Das berichtet die Russische Agentur für internationale Informationen „RIA Nowosti“ (Moskau).

Die pakistanische Telekommunikationsbehörde PTA habe den Mobilfunkanbietern des Landes eine Liste mit rund 1.500 Wörtern übermittelt, die als „anstößig“ befunden worden seien. Sie dürften beim „Simsen“ nicht mehr verwendet werden. Darunter sei aus unbekannten Gründen auch der Name Jesus Christus. „Alle SMS, die Wörter aus der Liste beinhalten, müssen blockiert werden“, sagte eine PTA-Sprecherin am 18. November im pakistanischen Fernsehen. Wie es heißt, gilt das Verbot für Wörter und Redewendungen auf Englisch und der Landessprache Urdu, die unzüchtig und beleidigend seien oder sexuelle Beziehungen und die Namen einiger Körperteile beträfen. Pakistan gehört zu den Ländern, in denen Christen besonders stark diskriminiert werden. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen durch radikale Muslime. Die Blasphemie-Gesetze, die die Beleidigung des Propheten Mohammed mit lebenslanger Haft bzw. der Todesstrafe ahnden, werden häufig benutzt, um Christen zu inhaftieren und anzuklagen. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen, zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.