23. Oktober 2017

„Betet für mich!“ – Christin in Pakistan droht Hinrichtung

Quelle: idea.de

Asia Noreen soll Islam beleidigt haben – Todesurteil erging vor einem Jahr. Foto: PR

Asia Noreen soll Islam beleidigt haben – Todesurteil erging vor einem Jahr. Foto: PR

Islamabad (idea) – Ihr Fall löste international Anteilnahme und Proteste aus: Vor einem Jahr wurde die pakistanische Christin Asia Noreen – bekannt auch als Asia Bibi – wegen Beleidigung des Islam zum Tod durch Erhängen verurteilt.

Der Mutter von fünf Kindern, die den Vorwurf bestreitet und Berufung eingelegt hat, droht nach wie vor die Hinrichtung. Sie fürchte, dass das Urteil jederzeit vollstreckt werden könne, berichtet das Hilfswerk Open Doors, das zum Gebet für die 46-Jährige aufgerufen hat. Nach Morddrohungen durch Extremisten habe auch ihr Ehemann Ashiq Masih mit den Kindern untertauchen müssen. Als er seine Frau im Gefängnis von Sheikhupura (Provinz Punjab) besuchte, habe sie gebeten: „Bitte sag allen, dass sie für mich beten sollen.“ Ihr Mann berichtet weiter: „Sie weiß, dass radikale Muslime ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt haben und alles tun werden, um sie zu töten.“ Asia Noreen ist die erste Frau, die in Pakistan wegen Blasphemie zum Tode verurteilt wurde. Die Christin, die als Tagelöhnerin in einer Obstplantage beschäftigt war, wurde am 19. Juni 2009 im Dorf Itanwali (Provinz Punjab) verhaftet. Sie hatte auf Geheiß eines Landwirts Wasser für die Feldarbeiterinnen geschöpft. Doch sie weigerten sich zu trinken, weil das Gefäß von einer Christin berührt und damit „unrein“ geworden sei. Aufgebrachte Muslime schleppten sie zu einer Moschee, wo sie ihrem Glauben abschwören sollte. Als sie sich weigerte, wurde sie vergewaltigt und dann der Polizei übergeben. Am 8. November 2010 verurteilte sie das Oberste Gericht in Lahore aufgrund des Blasphemiegesetzes zum Tode. Die Evangelische Nachrichtenagentur idea benannte sie 2010 zur „Verfolgten Christin des Jahres“.