18. November 2017

Saudi-Arabien weist indische Christen aus

Quelle: idea.de

Die Gastarbeiter trafen sich mit anderen Christen zum Gebet.

Die Gastarbeiter trafen sich mit anderen Christen zum Gebet.

Riad (idea) – In Saudi-Arabien sind zwei indische Christen aus Glaubensgründen des Landes verwiesen worden.

Der 28-jährige Sekhar Vasantha und der 31 Jahre alte Nese Yohan waren Anfang des Jahres wegen angeblicher Missionierung festgenommen und später zu jeweils 45 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Vasantha sei aber erst am 30. Mai und Yohan am 12. Juli freigekommen, teilte das Hilfswerk Open Doors (Kelkheim bei Frankfurt am Main) am 4. August mit. Der Anlass für die Verhaftung sei gewesen, dass sich die beiden Gastarbeiter mit indischen Christen in einem Privathaus versammelt hätten. Bei Verhören seien sie misshandelt worden. Unter anderem habe man sie mit Stöcken auf die nackten Fußsohlen geschlagen. Saudi-Arabien gilt als das strengste islamische Land. Dort wird eine besonders harte Form des sunnitischen Islam praktiziert. Jedes christliche Symbol, der Kirchenbau sowie die Ausübung des christlichen Glaubens sind verboten. Der Islam ist Staatsreligion; ihm gehören 99 Prozent der 28,4 Millionen Einwohner an. Die Christen finden sich meist unter dem rund acht Millionen Gastarbeitern, vor allem aus Asien.